Poker – Strategien, Tipps und Tricks

November 3, 2008

Wie gewinne ich ein Pokerturnier, Teil I

Filed under: Pokerturnier — admin @ 10:19 pm

Sehr viele Leute wollten oft im Detail wissen, wie man ein erfolgreicher Turnierspieler wird.

* Wie viele Chips sollte ich nach dem zweiten Level haben?
* Soll ich viele Hände spielen solange die Blinds niedrig sind und danach, bei höheren Blinds, tighter?
* Irgendwie scheide ich immer während der Bubble aus. Soll ich noch tighter spielen, wenn es nahe ans Geld geht, oder soll ich versuchen früh im Turnier mehr Chips zu sammeln?

Überraschenderweise haben alle drei Fragen die gleiche Antwort:

Höre damit auf, Dinge zu erzwingen. Konzentriere Dich darauf solides Poker zu spielen und lasse die Chips dorthin fallen, wo immer sie auch hinfallen. Fakt ist, dass dies die beste Antwort zu fast jeder Turnierfrage ist. Hier ist eine nützlichere Frage:

Wie viel Unterschied gibt es zwischen den Strategien beim Cash Game und beim Turnier-Poker?

Die Antwort ist: Weniger als Du glaubst.

Bevor Du Dich darum kümmerst, wie sich Deine Spielweise ändern sollte, weil Du ein Turnier spielst, stelle Dich lieber auf Deine Gegner ein. Das wichtigste Talent beim Poker ist es sich auf eine Vielzahl von Gegnern einzustellen und deren unterschiedliche Spielweise. Spieler, die dazu in der Lage sind, haben Erfolg bei Turnieren und beim Cash Game.

Viele der teuersten Fehler, die Spieler machen kommen davon, dass sie sich zu sehr darauf einstellen ein Turnier zu spielen. Schauen wir uns die Fragen von oben noch einmal an:

Wie viele Chips sollte ich nach dem zweiten Level haben?

Die kurze Antwort: So viele wie möglich.

Spiele Deine Karten. Spiele Deinen Gegner. Erzwinge nichts, nur weil Du glaubst, dass Du eine bestimmte Anzahl an Chips benötigst, um eine Chance auf den Sieg zu haben. Du solltest Dich darauf konzentrieren Deine Chips zu vermehren und die Chips, die Du bereits hast, zu behalten. Je mehr Chips Du hast, desto höher sind die Chancen auf Deinen Sieg. Je weniger Chips Du hast, desto schlechter stehen sie.

Vergiss es, eine bestimmte magische Zahl an Chips zu haben. Es gibt keine Grenze, die es Dir unmöglich macht ein Turnier zu gewinnen, sollten Deine Chips den Wert X unterschreiten. Genauso wenig hast Du das Turnier sicher gewonnen, wenn Du über dem Wert Y liegst. „A chip and a chair“ (ein Chip und ein Stuhl) reichen um zu gewinnen oder um Dich zu schlagen. Sich auf eine festgelegte Zahl zu fixieren, ist ein sicherer Weg um zu scheitern.

Nächste Frage: Soll ich viele Hände spielen solange die Blinds niedrig sind und danach, bei höheren Blinds, tighter?

Dein Spiel sollte sich wenig ändern im Verlaufe eines Turniers. Variiere Dein Spiel, um das Maximum von Deinen Gegnern zu gewinnen, unabhängig davon wie lange das Turnier bereits läuft. Viele Spieler sind zu loose zu Beginn des Turniers. Um nicht genauso zu scheitern wie viele andere, halte Dich an folgende Tipps:

* Versuche seltener Blinds zu stehlen
* Calle mehr Raises
* Re-raise öfter

Genauso, wenn die Spieler im späteren Verlauf des Turniers tighter spielen, solltest Du mehr stehlen und Dich seltener an Händen beteiligen, wenn vor Dir geraised wurde. Noch einmal: Das sollte die Reaktion darauf sein, wie Deine Gegner spielen und nicht weil Du Dich in einer bestimmten Phase eines Turniers befindest.

Letzte Frage: Irgendwie scheide ich immer während der Bubble aus. Sollte ich noch tighter spielen, wenn es nahe ans Geld geht, oder sollte ich versuchen früh im Turnier mehr Chips zu sammeln?

Normalerweise bekomme ich diese Frage von Spielern gestellt, die bereits eine Zeit lang vor der Bubble tight spielen. Das ist natürlich zu früh. Mit anderen Worten, sie konzentrieren sich zu sehr darauf, dass sie ein Turnier spielen. Es ist nicht nur falsch tighter zu spielen, wenn man mehr als drei Plätze von der Bubble entfernt ist, es garantiert auch fast, dass man auf der Bubble ausscheidet. Spiele möglichst gut und aggressiv und versuche zu verhindern, dass Dein Stack so niedrig ist, dass Du Deine Hand nicht mehr mit einem All-In vor dem Flop schützen kannst. Sollte das passieren, bekommen Deine Gegner die richtigen Odds, um zu callen – selbst mit schwachen Händen. Suche nach Möglichkeiten einen Move zu machen, um Dich davor zu schützen. Selbst wenn das bedeutet, mit mittelmäßigen Händen zu raisen.

Nächste Woche zeige ich euch zwei Situationen, bei denen es hilft seine Spielweise anzupassen.

Asse beim Pot-Limit Omaha

Filed under: Pot-Limit Omaha — admin @ 10:18 pm

Spieler, die zum ersten Mal Pot-Limit Omaha spielen, neigen dazu die meisten Fehler mit Assen zu machen. Sie bringen sich in Situationen, in denen sie eine Menge Geld verlieren können. Diese Situationen vermeiden zu können, ist ein Schlüssel zum erfolgreichen PLO-Spiel.

Hier ist ein Beispiel, dass Anfänger beim PLO schnell wieder erkennen. Sagen wir, es ist ein $2/$5 Spiel und alle Teilnehmer haben etwa $500 vor sich liegen. Ein Spieler in früher Position macht ein Raise auf $15 und ein Spieler in mittlerer Position reraised mit A-A-x-x auf $50. Vier Spieler callen das Reraise. Der Flop bringt J-7-2 rainbow.

Die Asse mögen hier gut sein – oder vielleicht auch nicht. Wie dem auch sei – es ist schier unmöglich das zu wissen. Deshalb ist genau hier der Punkt, an dem er sei leicht ist, Fehler zu machen. Entweder legt man hier nun zu viel Geld rein, obwohl man kaum eine Chance hat die Hand zu gewinnen oder man folded die beste Hand.

Der Grund warum viele Anfänger diese Fehler begehen, liegt einfach daran, dass sie den Unterschied zwischen Omaha und Hold’em nicht verstehen. In Hold’em bedeuten ein Paar Asse oder Könige, dass man ein großer Favorit ist vor dem Flop. Dies ist aber nicht der Fall bei Omaha. Ein Beispiel: Ac-Ad-4s-7h gewinnt vor dem Flop nur 51% gegen Js-Ts-9h-8h. Sind jetzt noch ein paar andere Hände im Spiel, werden die Asse sehr schnell verwundbar.

Weil so viele Hände derart ausgeglichen sind bedeuten die Community Cards mehr als Deine Starthände. Es geht darum, die Nuts zu haben: Nut Straights, Nut Flushes und hohe Drillinge.

Natürlich haben Hände mit Assen immer einen gewissen Vorteil, wenn man nur einen Gegner hat. Dazu hast Du mit Assen die Chance Top Set zu machen, oder wenn Dein Ass suited ist, kannst Du den Nut Flush bekommen. Du solltest diese Hände also spielen, nur etwas vorsichtiger vor dem Flop.

Wenn vor Dir ein Raise in früher Position ist, musst Du nicht unbedingt reraisen mit A-A-x-x, besonders dann nicht, wenn Dein Reraise nur einen kleinen Teil von Deinem Stack bedeutet. Wenn alle Gegner große Stacks haben, werden sie gerne Dein Reraise callen und einen Flop ansehen. Dann findest Du Dich schnell wieder in oben beschriebener Situation. Du weißt nicht, wie gut Deine Gegner den Flop getroffen haben und ob Du noch vorne bist. Triffst Du dagegen Dein drittes Ass haben die Gegner es kinderleicht Dich auf eine Hand zu setzen.

Allerdings gibt es auch Momente, in denen Du Deine Asse aggressiv vor dem Flop spielen solltest. Wenn vor Dir bereits viel Action war und du mit einem Reraise etwa drei Viertel Deines Stacks vor dem Flop investieren kannst, solltest Du es tun. Dadurch kannst Du einige Spieler zum Folden bringen und hoffentlich heads-up spielen. Da Du bereits so viel Chips in die Hand investiert hast, weißt Du, dass Du den Flop nicht mehr folden kannst – egal was dort aufgedeckt wird. Deine restlichen Chips wandern automatisch in den Pot.

Selbstverständlich können Dir Asse auch sehr profitable post-flop Situationen bescheren. Mit Top-Set kannst Du gegen ein niedrigeres Set viel Geld gewinnen oder mit dem Nut Flush gegen einen niedrigeren Flush viel verdienen.

Gehe vor dem Flop vom Gas, wenn Du Asse beim PLO hast. Wenn Du Deine Hand gut versteckst, kannst Du damit große Pötte gewinnen. Außerdem sparst Du eine Menge Chips, weil Du Deine Hand folden kannst, wenn der Flop Dir nicht passt.

Chips beim HORSE sparen

Filed under: Pokerturnier — admin @ 10:17 pm

Das $50.000 HORSE Turnier bei der World Series of Poker ist eines der bedeutendsten Events, die es beim Poker gibt. Die Struktur des Turnier erlaubt keinerlei Fehler. Typischerweise sind über 80% der Spieler noch in der Mitte des zweiten Tages dabei, aber keiner dieser Spieler hat genug Chips, um zwei große Pötte zu spielen. Jeder steht kurz davor auszuscheiden. Tatsächlich lief das genauso in fast jedem HORSE Turnier, dass ich jemals gespielt habe. Das bedeutet, dass jede Wette absolut entscheidend ist.

Bei No-Limit Turnieren gibt es immer ein paar Spieler die vom Feld ausbrechen und besonders viele Chips sammeln können. Die Blinds und Antes werden nur am Ende des Turniers für diese Spieler ein Thema. Dies geschieht aber so gut wie nie bei einem HORSE Turnier, denn dort wird Limit Poker gespielt. Die Blinds und Antes sind immer ein Thema und deshalb muss man Chips sparen, wann immer es geht.

Bei einem HORSE Turnier ist es besonders wichtig bei den Stud Runden an seinen Chips festzuhalten. Dort gibt es nämlich eine Wettrunde mehr als bei den Flop-Spielen Hold’em und Omaha. Deshalb ist es so wichtig die 3rd Street bei den Stud-Spielen konservativ anzugehen.

Sagen wir, bei Razz hast du A-2 als Hole Cards und eine offene 5. Dies ist eine der besten Starthände die man bei Razz haben kann, also sollte man definitiv mit einem Raise die Hand beginnen. Wenn ein Spieler, der eine 6 zeigt Dich reraised hat er sicher auch zwei niedrige Karten dazu. Er hat eine sehr gute Starthand, aber natürlich ist Deine besser.

Wenn dies ein Cashgame wäre, würdest Du ihn nun reraisen. Allerdings geht es hier um ein HORSE Turnier. Deshalb solltest Du nur callen, weil Du zu diesem Zeitpunkt nur ein kleiner Favorit bist. Hier nicht zu reraisen kann man damit vergleichen, Coinflips bei No-Limit Hold’em Turnieren zu vermeiden. Du gehst einer Situation aus dem Weg, bei der Du nicht der klare Favorit bist. In einem HORSE Turnier solltest Du einen winzigen Vorteil nicht überstrapazieren.

Wenn Du drei Wetten an 3rd Street einbringst und zwei oder mehr Caller bekommst, musst Du dank der Pot Odds auf jeden Fall dabei bleiben, egal was du an 4th Street triffst. Wenn Du so spielst, kannst Du einen großen Pot gewinnen, aber eben auch verlieren. In einem HORSE Turnier kannst Du aber nicht so spielen. Solltest Du zwei solcher Pötte verlieren bis Du ausgeschieden.

Ich empfehle deshalb, dass man sich erstmal die 4th Street anschaut, bevor man mehr Chips in die Hand investiert. Danach hat man einen besseren Eindruck davon, wie gut seine Hand ist. Wenn Du und Dein Gegner beide gute Karten an 4th Street treffen, bist Du ein viel größerer Favorit die Hand zu gewinnen. Anstatt 52% vorne zu sein, bist du nun etwa 65% Favorit und Du kannst anfangen zu raisen und reraisen um Deinen Vorteil zu schützen.

Ein weiterer Vorteil, ein Reraise an 3rd Street nur zu callen liegt ebenfalls auf der Hand. Du kannst so Deine Hand gut verstecken. Wenn Du und Dein Gegner an 4th Street beide gute Karten trefft, wird Dein Gegner denken, dass er Favorit ist. Damit slowplayst Du Deine Hand und kannst besonders lukrativ die 4th Street spielen, weil jetzt die Wetten doppelt so hoch sind.

Weil jeder Spieler in einem HORSE Turnier nur ein oder zwei Hände davon entfernt ist auszuscheiden, ist es extrem wichtig Chips zu sparen, wann immer es geht. Eine gute Möglichkeit dies zu erreichen ist, konservativ an 3rd Street bei den Stud-Games zu spielen.
Dreifache Punkte mit H3 – Hunt for Happy Hour

Am Montag, dem 8. September, geht’s los! Die Hunt for Happy Hour Aktion bringt Dir die dreifachen Full Tilt Punkte!.

Natürlich bekommst Du während der normalen Happy Hour noch immer doppelte Punkte. Hunt for Happy Hour bringt Dir aber dreifache Punkte!

Um die H3 Tische zu finden musst Du Dich nur auf Full Tilt Poker einloggen und auf “Meine Promotionen” im “Kasse-Bereich” klicken. Danach musst Du auf Happy Hour klicken und Ausschau nach den „Hunt for Happy Hour“ Zeiten halten. Wenn sich eine H3 Periode mit einer normalen Happy Hour überlappt, bekommst Du die gesamte Zeit dreifache Punkte!

Deine Full Tilt Punkte kannst Du im Full Tilt Poker Shop gegen stylisches Outfit eintauschen. Du kannst Dich damit aber auch in spezielle Turniere einkaufen.

Bleib immer am Laufenden! Die Zeiten unserer H3 Spiele ändern sich jeden Tag. Wirf also täglich einen Blick auf den Turnierplan um jede Chance auf dreifache Punkte zu nutzen.

Wetten, um die Potgröße zu kontrollieren

Filed under: Potgröße — admin @ 10:12 pm

Intuitiv scheint es, das man mit checken und callen am besten den Pot klein behält, wenn man nicht weiß, ob man die beste Hand hat. Oft ist das auch der Fall. Aber ob Du es glaubst oder nicht, manchmal kannst Du durch Wetten den Showdown günstiger sehen als durch checken oder callen. Wenn es Dein Ziel ist, die Potgröße zu kontrollieren, macht es manchmal mehr Sinn selber aktiv Chips zu investieren, als Deinem Gegner das Wetten zu überlassen.

Um diese Taktik zu verdeutlichen habe ich hier ein Beispiel von einer Hand, die ich dieses Jahr beim Main Event der WSOP gespielt habe. Die Blinds waren 12k/24k und ich habe den Pot vom Button für 60k eröffnet. Normalerweise bedeutet es Stärke wenn man vom Button den 2,5-fachen Big Blind raised. Ich hatte aber lediglich Q-J in Herz. Der Small Blind hat gecallt und der Big Blind gefoldet.

Der Flop brachte A-T-x, er checkte und ich wettete 65k, die er callte. Der Turn brachte eine Dame – und mir damit das zweithöchste Paar – er checkte. Das war der entscheidende Moment in der Hand. Ich entschied mich 100k zu wetten. Ich habe das gemacht, um die Potgröße zu kontrollieren. Ich wollte keine 150k oder 200k am River callen müssen, also machte ich eine kleine Wette, die ihn hemmen sollte den River mit den meisten Händen zu wetten.

Sagen wir mein Gegner hat A-3. Meine kleine Wette am Turn sah aus, als hätte ich eine starke Hand, würde ihn melken wollen und einen Call erwarten. Es wird dann für ihn unmöglich den River mit einem schwachen Ass zu wetten. Er war am Ende genauso froh wie ich, einen günstigen Showdown zu sehen.

Ebenfalls wichtig sind unsere Stackgrößen. Ich hatte die Hand mit etwa 600k in Chips begonnen und er hatte deutlich mehr, rund 1,5 Millionen. Mit der 100k-Wette am Turn hatte ich mehr als ein Drittel meines Stacks investiert und dadurch sah es für ihn auch so aus, als könnte ich nicht mehr folden. Darüber hinaus hatte ich mir ein tightes Image aufgebaut und er müsste respektieren, dass ich wirklich eine gute Hand hatte. Wenn er geraised hätte, wäre es für mich recht günstig gewesen herauszufinden, ob er mich geschlagen hat.

Das Hauptziel meiner Wette am Turn war, den Showdown für 100k zu sehen, anstatt eine größere Wette am River callen zu müssen. Wenn ich gecheckt hätte, mit etwa 280k im Pot und es gut möglich ist, dass er ein Baby-Ass hat, dann hätte ihm mein Check verraten, dass ich kein Ass habe. Deshalb hätte er leicht 150-200k am River wetten können, weil er glaubt die beste Hand zu haben. Er hätte nach einem Betrag gesucht, den eine Dame bezahlt hätte und der nach einem Bluff aussehen könnte. Wenn er ein Baby-Ass gehabt hätte und sich für 200k entschieden hätte, habe ich mir mit meiner Wette 100k gespart.

Natürlich hätte er mir einen Strich durch die Rechnung machen können, wenn er am River All-In gegangen wäre. Aber noch einmal, es ist wichtig das passende Image für diesen Move zu haben. Ich war zu diesem Zeitpunkt sehr tight unterwegs und deshalb hatte er vor mit genauso viel Angst, wie ich vor ihm.

Was wäre, wenn ich ihn mit meiner Dame geschlagen hätte? Sagen wir er hätte J-T oder K-T. Er hätte auch callen müssen, weil es günstig für ihn war. Und das wollte ich ja auch, weil ich die 100k für meinen Stack gut gebrauchen konnte. Mir war es das Risiko wert, eines seiner sechs Outs am River zu sehen.

Gegen andere Spieler, die in der Lage sind am River All-In zu gehen, hätte ich eine andere Strategie ausgewählt. Dann hätte ich wirklich Small Ball gespielt, also Pot am Turn klein gelassen und gecheckt und darauf vorbereitet gewesen zu sein, 175k am River zahlen zu müssen. Aber gegen diesen Kerl, war ich sicher, dass er den River checken würde, es sei denn er hat eine Straight oder Drilling.

Wie sich herausstellte, habe ich nie seine Hand gesehen. Er checkte den River, ich ebenfalls. Er war angewidert, als ich ihm die Dame zeigte, also war es offensichtlich, dass er die Zehn hatte und ich ihn am Turn geschlagen habe. Aber er muss auch noch eine gute zweite Karte gehabt haben. Damit er mit einer Zehn callt, hätte er schon einen Gutshot haben müssen – also entweder J-T oder K-T. Und das war exakt die Hand gegen die ich am Turn gerne gespielt hätte.

Die Situation war sehr außergewöhnlich, weil es auch auf der Stackgröße und dem Image beruht, die in Live-Turnieren sehr wichtig sind. Wegen meines recht kleinen Stacks habe ich sehr tight gespielt und konnte mir keinen Move leisten. Ich konnte auch nur wenige Flops sehen. Ich hatte mit diesem Gegner schon eine Weile gespielt und dadurch diese Situation vorbereitet. Ich wollte den Showdown günstig sehen, weil ich glaubte, dass Damen die beste Hand sein können, aber ich wollte keine 200k am River zahlen müssen, um das herauszufinden.

Spiele Deiner Bankroll entsprechend

Filed under: Bankrolls — admin @ 10:10 pm

ls ich anfing Poker zu spielen, machte ich mir keine Gedanken um meine Bankroll. Ich habe mich einfach an einen Tisch gesetzt, wenn einer offen war und spielte die Stakes die gerade wollte. Selbst wenn ich gerade nur Geld für einen Buy-In hatte. So ging es dann weiter. Sobald ich Geld genug für einen Buy-In auf höheren Stakes hatte, habe ich all mein Geld dort mit an den Tisch genommen. Diese Strategie funktionierte eine Zeit sensationell gut, aber als ich die höchsten Limits spielte, holte mich mein schlechtes Bankroll Management ein.

Nach einigen tausend Händen hatte ich meine Bankroll so weit aufgebaut, dass ich online die höchsten Limits spielen konnte und es dauerte nur ein paar Hände, dann war meine komplette Bankroll vernichtet. Ich habe $500/$1.000 Cap No-Limit Hold’em auf Full Tilt Poker gespielt und ich hatte nur $42.000 in meinem Account. In einer einzigen Hand habe ich $30.000 an David Oppenheim verloren. Bei einer anderen Gelegenheit spielte ich $200/$400 No-Limit Hold’em mit meiner gesamten Bankroll auf dem Tisch und verlor einen $100.000 Pot. Inzwischen kann ich darüber lachen, aber damals war es wirklich hart.

Ich habe aber aus dieser Erfahrung gelernt. Es ist wichtig sich Gedanken um seine Bankroll zu machen. Jetzt spiele ich nicht mehr die höchsten Limits, die meine Bankroll erlaubt. Ich spiele niedrigere Stakes, bei denen es sich für mich immer noch anfühlt, als ginge es um viel Geld. Wenn ich jetzt sogar so niedrig spiele wie $2/$4, $3/$6 und $5/$10 No-Limit, kann ich trotzdem objektiv bleiben und mich auf das Spiel konzentrieren. Weil ich keine Angst davor habe $1.000 in einer einzigen Hand zu verlieren, kann ich viel mehr Moves machen, als wenn ich auf höheren Limits spielen würde. Sollte ich verlieren, trifft mich das dann auch kaum noch. Das gibt mir einen enormen Vorteil gegenüber Spielern, die einen Verlust von $1.000 nicht verkraften würden.

Es gibt eine Redewendung im Amerikanischen die sich oft bewahrheitet: “scared money is dead money”. Wenn Du Dich nicht traust Dein Geld einzusetzen, wirst Du es verlieren. So kannst Du einfach nicht pokern. Ich spiele gerne in Partien, in denen der Buy-In 40 oder 50 Mal kleiner ist als meine Bankroll. Ein Downswing in Form von 10 Buy-Ins kann beim Poker schnell einmal vorkommen und auf diese Varianz will ich vorbereitet sein.

Wenn Du auf Deine Bankroll achtest und entsprechende Limits spielst, kannst Du die Varianz minimieren. Du hältst es dann aus, zehn Buy-Ins in Folge zu verlieren ohne tilten zu müssen. Auch wenn Du auf „Kasse“ klickst, wirst Du es überleben wenn Du siehst, dass Dein Kontostand deutlich gesunken ist.

Dass man die Varianz nicht minimieren kann, ist eines der größten Probleme, das man hat, wenn man zu hohe Limits für seine Bankroll spielt. Wenn Du auf einem Limit spielt, dass Dir nur vier Buy-Ins erlaubt, wirst Du selten in Situationen sein, bei denen Du einen kleinen Vorteil hast. So verhalten zu spielen, schadet jedem Pokerspieler.

Um die Varianz zu verringern spielt man dann vorsichtiger, weil die Bankroll keinen Rückhalt bietet. Wenn man so ängstlich spielt, kann man fast nicht gewinnen. Erkennst Du einen solchen Gegner, kannst Du seine Furcht leicht ausnutzen.

Hier ist ein Beispiel dazu: Ich habe kürzlich Heads-Up gegen einen derart ängstlichen Gegner gespielt. Es war einer dieser Spieler, die nach einem Grund zum Folden gesucht haben, es sei denn er hatte die Nuts. Nachdem ich dies erkannt hatte, habe ich jede noch so knappe Situation ausgenutzt, um ihn anzugreifen. Immer wenn er dachte, dass ich in einer Situation nicht bluffen konnte, habe ich es getan.

In einer solchen Hand wettete er $150 am River, als das Board ein Paar und drei Karten zu einem Flush zeigte. $300 waren im Pot. Ich bin mit meinen letzten $300 All-In gegangen. Es waren nur $150 mehr für ihn zu callen, aber er foldete, weil er wohl dachte, dass ich hier auf gar keinen Fall bluffen konnte. Wenn man diese Schwäche beim Gegner entdeckt, werden die Sessions sehr profitabel. Ich hätte das aber nie herausgefunden, wenn ich nicht bereit dazu gewesen wäre, in knappen Situationen All-In zu gehen. Das hätte ich auch nie getan, wenn die Stakes höher gewesen wären und meine Bankroll dafür nicht gereicht hätte.

Reicht Deine Bankroll für Dein Spiel aus, wirst Du sicher optimal spielen können. Du kannst Du auch Situationen mit hoher Varianz aggressiver spielen. Suche Dir Limits aus, bei denen es Dir nicht weh tut, wenn Du zehn Buy-Ins verlierst, dadurch wirst Du auch besser spielen und langfristig mehr gewinnen. Nur dann kannst Du befreiter spielen und die Varianz wirkt sich deutlich harmloser aus.

Online Timing Tells

Filed under: Gegner analysieren — admin @ 10:09 pm

Beim Online-Poker ist eine der wichtigsten Informationen Deiner Gegner das „Timing Tell“. Wann immer Dein Gegner einen großen Pot spielt, solltest Du genau darauf achten, wie lange er für seine Entscheidungen braucht. Dies verrät Dir nämlich oft die Stärke seiner Hand.

Hier ist ein Beispiel dafür, wie wichtig ein Timing Tell sein kann. Sagen wir Du spielst ein $1/$2 No-Limit Hold’em Cashgame und alle folden zu Dir am Button. Du raised mit A8s und der Big Blind callt. Der Flop bringt 8-7-2 und Dein Gegner checkt sehr schnell. Du hast Top Pair – Top Kicker, eine sehr gute Heads-Up Hand, also checkst Du auch, damit Du am Turn und River dafür ausbezahlt wirst.

Am Turn kommt eine 4 und Dein Gegner checkt wieder schnell. Du wettest $10 in den $14 Pot. Dein Gegner hat bisher immer sehr schnell reagiert, alles innerhalb einer oder zwei Sekunden. Nun braucht er mehr Zeit für seine Entscheidung. Jetzt sollte eine Alarmsirene in Deinem Kopf losgehen und Dir sagen, dass Dein Gegner eine starke Hand hat.

Nachdem seine Zeit für die Entscheidung fast abgelaufen ist, hat sich Dein Gegner entschieden, Dich zu raisen, aber nur ein bisschen. Dies ist ein weiteres Zeichen dafür, dass er eine starke Hand hat und daran noch etwas verdienen möchte, aber bereits der Timing Tell sollte es Dir gesagt haben. Damit hat er deutlich länger über die Hand nachgedacht und nicht nur, ob er callen, raisen oder folden soll, sondern auch wie viel er raisen soll. Es ging ihm darum, wie er am meisten Geld von Dir bekommt. Du weißt jetzt, Dein Gegner hat eine starke Hand und die richtige Entscheidung von Dir ist zu folden.

Schauen wir uns am selben Tisch ein zweites Beispiel an. Eine Spieler limped Under the Gun, alle folden und Du hast im Big Blind J4. Das ist keine spektakuläre Hand und trotzdem solltest Du Dir Zeit lassen, bevor Du checkst. Dadurch versteckst Du Die Stärke – oder in diesem Fall Schwäche – Deiner Hand, wenn Du so tust, als ob Du überlegst zu raisen.

Der Flop zeigt 9-6-3 und Du verfehlst ihn komplett. Und wieder solltest Du hier ein wenig Zeit verstreichen lassen bevor Du checkst. Wenn Dein Gegner jetzt sofort wettet, sollte Dir das folgendes sagen: Dein Gegner hatte von Anfang an den Plan zu wetten, egal wie der Flop kommt, weil er in der kurzen Zeit unmöglich überlegen konnte, wie seine Hand zum Flop passt. Wegen seiner schnellen Wette und der Art des Flops hat er wahrscheinlich den Flop ebenfalls verfehlt und das bietet Dir eine gute Chance. Jetzt kannst Du ein großes Raise machen, obwohl Du nichts hast; Dein Gegner hat offenbar auch nichts und wird meistens folden.

Ein weiterer Timing Tell, der Dir bewusst sein sollte, ist die automatische check/fold Option. Wenn Spieler diese Funktion benutzen geben sie ihren Gegnern Informationen über ihre Hand und darüber, wie sie bestimmte Hände spielen. Sie sagen Dir damit, dass sie Hände meistens sehr geradlinig spielen, also mit einem Flushdraw oder einem mittleren Pair, eher checken und callen, als selber zu wetten oder mit einem Gutshot checken und folden. Diese Spieler richten sich meist nur nach ihren eigenen Karten und ignorieren die anderen Faktoren in einer Hand.

Es ist genauso wichtig auf solche Tells zu achten, als auch solche Tells zu vermeiden. Meistens wirst Du bereits wissen, was Du tun willst. Achte aber darauf, Dir im Idealfall immer ein paar Sekunden Zeit für die Entscheidung zu lassen. Wenn Du diesen Tipp befolgst und auch mit schlechten Händen einige Sekunden wartest, hast Du in Zukunft einen klaren Vorteil gegenüber Deinen Gegnern. Du kannst Dir mit Deinen starken Händen Zeit zum Nachdenken lassen, ohne Deinen Gegnern zu verraten, wie gut Deine Hand ist.

Darüber hinaus geben erfahrene Onlinespieler gegenteilige Tells von sich, z.B. in dem sie mit starken Händen schnell wetten, damit es aussieht, wie ein Bluff. Deshalb solltest Du Deine Gegner zuerst darauf einschätzen, wie viel Erfahrung sie haben, bevor Du ihre Timing Tells deutest und nicht in eine Falle läufst…

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