Anders als beim Semi-Bluff haben wir beim reinen Bluff keine Outs, die uns die beste Hand bringen können, falls wir gecallt werden. Hier geht es also ausschließlich darum, den oder die Gegner zum Folden der besten Hand zu bewegen. Dadurch, dass wir keine Outs haben, wenn wir gecallt werden, müssen die Gegner in Vergleich zu einem Semi-Bluff deutlich häufiger folden, um diesen Spielzug profitabel zu machen.
Dennoch ist es so, dass man durch einen Bluff mit dem Einsatz von ein oder zwei Bets den gesamten Pot gewinnen kann. Wenn also vier Big Bets im Pot sind und wir einen Bet in einen Bluff investieren, reicht es, wenn der Gegner in 20 % der Fälle eine bessere Hand foldet.
Weil unsere Gegner das aber in der Regel ebenfalls wissen, wird im Limit Hold’em recht selten in großen und mittelgroßen Pots gefoldet, denn der Gegner im obigen Beispiel muss einen Big Bet für einen Pot mit fünf Big Bets callen, es reicht ihm also, wenn er in 16,6 % der Fälle die bessere Hand hat.