Poker – Strategien, Tipps und Tricks

November 11, 2008

Continuation-Bets

Filed under: Bets — admin @ 10:06 pm

Continuation-Bets sind im Limit Hold’em eine starke Waffe und sollten regelmäßig angewendet werden. In der Regel sehen wir mit nur einem oder zwei Spielern den Flop, nachdem wir preflop erhöht haben. Wenn wir in Position sitzen und der oder die Gegner zu uns gecheckt haben, sollten wir nahezu immer setzen.

Viele Gründe sprechen für regelmäßige Continuation-Bets:

1. Wer vor dem Flop erhöht, signalisiert eine starke Hand. Dadurch gewinnt man häufig die Initiative und die Gegner checken auf dem Flop zum Preflop-Raiser.
2. Die meisten Hände mit denen vor dem Flop, korrekterweise, erhöht wird, sind spekulativer Natur. Wenn ein Spieler auf Zehnertischen mit 11 % seiner Hände erhöht, hat er in den meisten Fällen kein Paar, sondern hohe ungepaarte Karte wie z. B. [Ace] [King] . Die Wahrscheinlichkeit, dass man mit z. B. [Ace] [King] auf dem Flop ein Paar oder besser trifft, also ein weiteres As oder ein König auf dem Flop auftaucht, beträgt nur 35 %. Das heißt im Umkehrschluss, dass man in 65 % der Fälle lediglich A-high hat.
Folgendes Beispiel:
Ein Spieler erhöht vor dem Flop under-the-gun (UTG) mit AK und wird nur vom Button gecallt. Der Flop bringt 26J. Wenn der UTG-Spieler jetzt checkt, wird der Button in fast 100 % der Fälle setzen und der UTG-Spieler muss entscheiden, ob er mit maximal sechs Outs weiterspielen möchte.
3. Der Gegner hat in der Regel (auch) nichts getroffen.
4. Der Continuation-Bet muss nicht oft funktionieren, um profitabel zu sein.
Beispiel:
Wir erhöhen auf dem Button, nur der Big Blind callt. Am Flop sind viereinhalb Small Bets (0,5 + 2 + 2) im Pot und wir riskieren einen Small Bet, um diesen Pot zu gewinnen.
Das Verhältnis ist also 1:4,5. In diesem Verhältnis muss der Gegner mindestens folden, damit der Continuation-Bet profitabel ist. Um dieses Verhältnis auszurechnen, muss man eins ins Verhältnis setzen zu allen Bets (inklusive unserem eigenen). Der Gesamtpot ist also fünfeinhalb Small Bets groß. Unser Bet macht daran einen Anteil von 1/(Alter Pot + Bet) = 1/(4,5 + 1) = 1/5,5 = 18 % aus. Sobald der Gegner also häufiger als in 18 % der Fälle foldet, erzielen wir einen sofortigen Gewinn.
5. Wir sind nicht durchschaubar: Wer nur setzt, wenn er den Flop getroffen hat oder bereits ein Paar in der Hand hatte, macht es den Gegnern zu einfach.
6. Der Gegner kann eine bessere Hand haben und trotzdem folden. Wenn wir mit [King] [Jack] erhöhen und von einem Gegner mit [King] [Queen] gecallt werden, sind wir in großen Schwierigkeiten, sobald der Flop einen weiteren König bringt. Auf einem Flop von [Ace] [Nine] [Two] hat der Gegner aber ebenfalls nicht getroffen und wird auf einen Conti-Bet hin häufig folden. Dasselbe gilt für kleine Paare, mit denen der Gegner in der Regel keinen einfachen Call hat, sobald zwei oder drei höhere Karten auf dem Flop erscheinen.

Trotz dieser Aufzählung sollte manchmal auf einen Continuation-Bet verzichtet werden. Nämlich immer dann, wenn unser Einsatz keinen positiven Erwartungswert aufweist – wir also glauben, dass unser/e Gegner nicht ausreichend häufig foldet/-n. Das ist besonders dann der Fall, wenn der Flop viele Draws bringt und/oder viele Spieler den Flop gesehen haben. Es hängt also stark von der jeweiligen Situation ab, wann die einzelnen Konzepte anzuwenden sind oder nicht.
Block- und Feeler-Bets sind im Limit nicht anzuwenden, da die Bet-Größen fix sind.

Valuebet

Filed under: Bets — admin @ 10:05 pm

Valuebets sind elementare Bestandteile erfolgreichen Pokerspielens im Allgemeinen und ganz besonders in schwierigeren Limit-Partien. Wenn man davon ausgeht, dass ein guter Spieler eine Winrate von ein bis zwei Big Bets pro 100 Händen aufweisen kann, wird schnell klar, dass hier jeder einzelne gewonnene bzw. verlorene Bet schnell Auswirkungen zeigt.
Raise for free Showdown

Ein Konzept, das sich in den Bereich der Valuebets einordnen lässt, ist der „Raise for a free Showdown”.

Dieser Spielzug lässt sich nur in Position und in der Regel nur heads-up anwenden. Wenn wir beim Gegner eine mittelstarke Hand oder einen Draw vermuten, können wir auf dem Turn mit einer ebenso mittelstarken Made Hand erhöhen. Wenn der Gegner callt, checken wir den River (vorausgesetzt, wir verbessern unsere Hand nicht weiter). Dadurch machen wir zum einen Draws teurer (Valuebet) und können häufig schwächere Draws zum Folden bringen. Gleichzeitig geben wir unserem Gegner die Gelegenheit, sogar eine stärkere Hand zu folden.

* Ein Beispiel:
Wir wollen vom Button mit [Ace of hearts] [Six of hearts] stealen, der Small Blind callt. Der Flop bringt uns mit [Queen of clubs] [Six of clubs] [Five of spades] das mittlere Paar und der Gegner setzt. Wenn wir davon ausgehen, dass er hier nicht nur mit einer Dame, sondern auch mit Straßen- und Flushdraws setzen würde, können wir einen ungefährlichen Turn – wie beispielsweise einen Jack – raisen. Callt der Gegner unseren Raise, können wir recht sicher davon ausgehen, dass er eine Dame oder einen der genannten Draws hält. Angenommen, der River ist ein weiteres Blank, werden wir hier ziemlich sicher nur gecallt, wenn wir geschlagen sind (der Gegner hält z. B. die Dame) und wir sollten den River hinterher checken.

Natürlich besteht immer die Gefahr, dass der Gegner unseren Turnraise reraist. Und weil dies in den meisten Fällen auf eine starke Hand hindeutet, sollten wir in der Regel folden. Wenn unser Gegner also so aggressiv spielt, dass er in diesen Situationen häufig einen Draw als Semi-Bluff reraist, sollte lieber eine passive Linie gewählt werden.

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