Poker – Strategien, Tipps und Tricks

February 6, 2009

Wie man einen Final Table gewinnt

Filed under: Pokerturnier — admin @ 10:34 pm

Jeder Spieler, der einem Turniersieg knapp verpasst hat, weiß wie weh das tut. Es ist enttäuschend – es schmerzt. Im Jahr 2006 wurde ich Zweiter bei einem $1.000 No-Limit Hold’em Event bei der World Series of Poker. Im Jahr danach wurde ich wieder Zweiter, diesmal bei einem $2.500 Hold’em Event der WSOP. Das Jahr 2008 begann ich mein Jahr mit einem Ziel: Nicht nur den Final Table erreichen – sondern auch ein Turnier und Bracelet gewinnen.

Nun, ich habe mein Ziel erreicht – und einige andere noch dazu. Ich gewann das $3k Hold’em Turnier der World Series. Eine Woche später holte ich ein zweites Bracelet beim $2.500 Deuce-to-Seven Triple Draw. Und als Krönung gab es noch den Sieg beim WPT Legends of Poker in Los Angeles oben drauf.

Nachdem ich die Kurve gekriegt und ein paar bedeutende Turniere gewonnen habe, verrate ich Dir zwei wichtige Tipps, die für mich die Veränderung brachten.

1. Mache schwere Laydown wenn Dein Turnierleben davon abhängt

In dieser Situation war ich unzählige Male: Ein Short Stack raised, ich re-raise genug, um den Short Stack All-In zu setzen und dann kommt der Big Stack und re-raised hier mit, um mich All-In zu setzen. Nun bin ich in der Zwickmühle. Ich weiß, dass ich wahrscheinlich den Small Stack geschlagen habe. Gleichzeitig liege ich wohl gegen den Big Stack hinten. Es sind schon eine Menge Chips im Pot und ich war immer in der Versuchtung zu callen, obwohl ich wusste, dass ich einen suck-out brauche, damit ich gewinne. In der Vergangenheit habe ich hier oft gecallt und bin danach als Siebter oder Achter nach Hause gegangen.

Was ich gelernt habe, ist die richtige Entscheidung zu treffen. Wenn Du glaubst, Du bist geschlagen, solltest Du folden und diese Hand überleben. Selbst wenn die Potquoten den Call korrekt erscheinen lassen, ist ein Laydown angebracht. Es ist natürlich etwas anderes, wenn die Potquoten ein Call verlangen und Du bereits 80 Prozent von Deinen Chips investiert hast.

Das bringt mich zu einer wichtigen Strategie: Wenn Du einen Small-Stack re-raised, gewöhne Dir an, etwas weniger zu raisen, als Du es sonst machen würdest. Dadurch hast Du weniger Chips investiert und Du kannst leichter folden, falls der Big Stack re-raised. Ich musste es auf die harte Tour lernen, dass man sich genug Chips übrig lassen sollte, um folden zu können wenn andere Spieler noch nach einem agieren können. Einige Spieler, vor allem Anfänger, wetten ihren halben Stack, nur damit sie später nicht mehr folden können. Sie verlieben sich in ihre Hand, egal was geschieht. Diese Methode ist eine Garantie dafür, all seine Chips zu verlieren.

2. Gib niemals auf, egal wie wenig Chips zu hast

Bei dem Triple Draw, das ich gewann, war ich der hoffnungslose Short Stack am Final Table. Ich hatte genug Chips, um zwei Big Blinds zu zahlen. Mehrere Spieler waren in einer Hand und es war deshalb für mich unglaublich wertvoll sie zu spielen. Also callte ich All-In und versuchte die Hand zu gewinnen. Danach setzte bei mir ein Lauf ein und ich verdreifachte mich ein paar Mal.

Die Moral der Geschichte ist: Gib niemals auf, selbst wenn Du der Short Stack bist. Selbstverständlich kannst Du dabei auch zu geduldig sein, aber Du solltest ein bisschen Geduld haben. Ich sehe oft Spieler, die schlechter pokern und nicht mehr an einen Sieg glauben, sobald sie Short Stack sind. Das ist besonders auffällig, wenn sie davor der Big Stack waren und eine Menge Chips verloren haben und nun der Short Stack sind. Sie werden dann depressiv, verlieren den Fokus und fangen an schlecht zu spielen. Ein anderer Spieler geht All-In und sie callen ihn mit A-2 oder A-5 oder sogar K-J, Hauptsache mit irgendeiner High Card.

Ich habe sogar schon erlebt, dass Spieler einfach aufstehen und gehen, wenn sie nur noch ein paar wenige Chips übrig haben. Stell Dir vor, ich hätte das getan beim Triple Draw Event – ich wäre einem WSOP Bracelet davongelaufen.

Mein Sieg ist der beste Beweis dafür niemals aufzugeben. Das Glück kann sich in jedem Moment wenden. Und es wäre nicht das erste Mal, dass der Short Stack zum Chipleader wird. Wenn Du einen Final Table gewinnen willst, musst Du immer daran glauben, dass Du der Sieger sein kannst.

January 18, 2009

Pokerturnier gewinnen: Die Vor- und Nachteile früh aktiv zu sein

Filed under: Pokerturnier — admin @ 9:50 pm

Die Entscheidung, ob man zu Beginn eines Turniers schon aktiv sein will, sollte davon abhängen was für ein Turnier man spielt. Bei einem Standard Sit & Go empfehle ich tight zu spielen und Chips zu sparen. Ist es allerdings ein Multi-Table-Turnier oder ein Shootout, dann solltest Du Dir überlegen ob Du nicht schon früh aktiv werden willst.

Ein Teil des Ziels ist natürlich Chips zu sammeln. Aber ein anderer Teil ist ein Image zu kreieren, das Dir später hilft Chips zu bekommen. Es kann sich sehr lohnen so zu spielen, aber Du solltest auch verstehen, dass es einen Haken an diesem Image gibt.

Wenn Du Deine Gegner konstant unter Druck setzt, werden Sie sich schließlich wehren. Du musst deshalb keine großen Beträge raisen oder in große Pötte verwickelt sein, aber wenn Du viele Hände raised, werden Deine Gegner mit einer immer größeren Anzahl an Händen dagegen halten. Sie werden dann oft mit grenzwertigen Händen callen oder eine 3-Bet machen, also Dich reraisen. Das führt dann dazu, dass sie mehr Hände spielen und Dir dadurch die Möglichkeit geben mehr Chips von ihnen zu gewinnen.

Wenn Du versuchst Chips zu sammeln, dann willst Du keinen extrem tighten Tisch haben. Du willst nicht jeden Orbit (wenn der Dealerbutton einmal bei jedem Spieler war) nur ein paar Chips abgreifen. Du willst in die Köpfe Deiner Gegner kommen und sie dazu verleiten, mit ihren Chips um sich zu werfen. Du wirst merken, dass hier ein Domino-Effekt entsteht: Sobald ein Spieler anfängt sich zu wehren, werden ihm andere Spieler folgen und auch mehr Hände spielen und deshalb Fehler machen.

Der angesprochen Haken ist allerdings, dass Bluffs von Dir selten funktionieren werden – dessen musst Du Dir bewusst sein. Sagen wir zum Beispiel, ich spiele eine Menge Hände und habe eine looses Image aufgebaut. Ich bekomme nun A-Q suited Under The Gun an meinem 6er-Tisch. Full Ring ist das schon eine starke Hand, aber gegen nur fünf Gegner ist sie noch besser. Deshalb raise ich den Pot und bekomme einen Call vom Big Blind. Der Flop bringt J-T-6, nicht wirklich ein Volltreffer für mich, aber ich habe zwei Overcards und einen Straightdraw. Ich mache meine Standard Continuation-Bet und denke mir, mein Gegner kann ohne einen Treffer nicht callen. In diesem Fall wette ich und er callt. Der Turn ist eine 3 und ich versuche es noch einmal, diesmal mit einer höheren Wette, in der Hoffnung er foldet. Er callt allerdings wieder.

Eine 4 kommt am River. Ich habe nichts getroffen und er hat mir deutlich gezeigt, dass er bereit ist alles zu callen; ich kann nicht erwarten ihn zum Folden zu bringen. Ich denke mir, er könnte eine Hand so schwach wie T-2 haben und trotzdem würde er nicht folden. Also checke ich am River und er gewinnt mit 7-6, weil er die 6 getroffen hat.

Natürlich werde ich frustriert sein, wenn ich sehe, dass er zwei Mal mit dem dritten Paar callt. Er muss mich auf A-K oder A-Q gesetzt haben oder er hat geglaubt, dass ich schlechte Hände Under The Gun raise. Die Wahrheit ist genau folgendes: Die Spieler werden Dir nicht mehr glauben, weil Du so oft raised. Darum werden sie Dich auch mit schwachen Händen callen.

Kurzfristig kann das schlecht für Dich sein; langfristig sollte es sich für Dich lohnen. Wenn die gleiche Hand später noch einmal vorkommt und ich A-J, Asse oder Könige habe, oder sogar eine Schrotthand, die aber den Flop stark trifft, werde ich ordentlich verdienen.

Dies ist der Grund warum das Positive bei diesem Spielstil überwiegt. Selbst wenn Du einen Pot verlierst, weil Deine Gegner Dir nichts glauben; betrachte es als Vorbereitung darauf, später einen großen Pot zu gewinnen.

January 11, 2009

Der Spielplan für Rebuy-Turniere

Filed under: Pokerturnier — admin @ 5:01 pm

Egal welches Rebuy-Turnier Du spielst, Du solltest Dir vorher bewusst sein, wie viel Geld Du investieren willst. Ob mit einem Buy-In, Geld für 50 Rebuys, oder irgendwo dazwischen, Du solltest diese Zahl im Kopf haben. Nur wenn Du weißt, wie hoch Dein Budget ist, kannst Du Dir abhängig davon einen risikoreichen oder sicheren Spielplan erstellen.

Ich persönlich glaube nicht an das Spiel mit nur einem Buy-In – ohne unbegrenzte Munition. Wenn Du nur planst mit einem Buy-In zu spielen, warum spielst Du dann nicht ein reguläres No-Limit Hold’em Turnier? Wenn Du ein Rebuy-Turnier mit nur einem Buy-In spielst, hast Du keine Rettungsleine und Du gibst Deinen Gegnern einen deutlichen Vorteil, weil Du nicht bereit bist Risikos einzugehen.

Wenn Du dagegen Deinen Stack immer wieder in die Mitte schiebst, um Chips zu sammeln und bereit bist dabei immer wieder nachzukaufen, solltest Du auch bereits sein zu verlieren! Dann hat diese Strategie natürlich auch ihre positiven Momente, aber ich glaube nicht, dass es der beste Weg ist ein Rebuy-Turnier zu spielen. Zwar kann diese Maniac-Einstellung manchmal dazu führen, nach der Rebuy-Phase mit einem gigantischen Stack zu spielen und das gibt Dir selbstverständlich einen großen Vorteil für den Rest des Turniers. Dennoch schafft man sich selbst dadurch ein Problem: Sagen wir man investiert $25.000 bei einem $1.000 Rebuy-Turnier, weil man so oft nachkauft. Dadurch muss man aber auch wiederum viel besser abschneiden, um am Ende noch Gewinn zu machen.

Meiner persönlichen Faustregel nach mache ich meine Investition davon abhängig, wie der Payout beim jeweiligen Turnier aussieht. Ich investiere dabei nie mehr, als der erste Auszahlungsrang Geld gewinnt. Bei einem $1.000 Rebuy-Turnier, bin ich deshalb bereit $8.000 zu investieren. An manchen Tage, soll es einfach nicht sein und es läuft nicht gut für Dich. Deshalb musst Du dann auch aufhören nachzukaufen und es an einem anderen Tag noch einmal probieren. Es ist idiotisch am Tisch zu sitzen und seinen Stack immer wieder in die Mitte zu schieben, wenn man keinen Vorteil hat und oft gegen eine bessere Hand läuft.

Wenn Du diesen Mittelweg gehen willst, ist es wichtig zu wissen, wer die Maniacs am Tisch sind und wer die soliden Spieler. Maniacs sind natürlich am gefährlichsten, aber sie bieten Dir auch eine perfekte Möglichkeit mehr Chips zu sammeln. Diese Spieler sind tatsächlich der Hauptgrund, warum man Rebuy-Turniere spielen sollte, weil man langfristig von ihnen lebt. Sie werden in Position mit allen möglichen Händen raisen wie z.B. T-9 suited, 4-3 suited oder auch One-Gappers wie 8-6 suited. Ich will dann sehr viel Druck auf diese Spieler ausüben schon vor dem Flop, wenn ich eine starke Hand wie Asse, Könige oder Damen habe. Aus dem einfachen Grund, weil diese Art von Spieler bereit ist, Risikos einzugehen und vielleicht sogar All-In reraised.

Wenn Du es in den letzten zehn bis 15 Minuten der Rebuy-Phase schaffst einen großen Stack aufzubauen, ist diese Zeit kritisch, um intelligent zu spielen. Sitzen bei Dir hyper-aggressive Spieler am Tisch, mit wenig Chips, werden diese jede Chance nutzen, um ihren Stack reinzuschieben, damit sie die Möglichkeit haben, nach der Rebuy-Phase einen ordentlichen Chiphaufen zu besitzen. Wenn Du einen Vorteil siehst, solltest Du callen um noch mehr Chips zu sammeln. Aber riskiere nicht zu viel. Dein Ziel sollte sein, Deinen Stack mit in die Phase nach den Rebuys zu nehmen und davor nicht unnötig Chips zu verschenken.

December 29, 2008

Wie man die frühe Phase eines Turbo-MTTs spielt

Filed under: Pokerturnier — admin @ 6:56 pm

Einer der größten Fehler bei Turbo-Multi-Table-Turnieren ist in den ersten Runden zu schnell und zu loose zu spielen. Die Blindlevel sind kürzer und die Starting Stacks kleiner; deshalb neigen viele Spieler dazu frühzeitig mit A9 oder 55 All-In zu gehen. Diese Turniere laufen während der ersten Level aber tatsächlich wie normale Turniere, d.h. es ist wichtig Geduld zu haben und auf große Hände zu warten.

In den ersten 15 oder 20 Minuten eines Turbo-Turniers solltest Du genauso spielen, wie in den ersten 60 oder 90 Minuten eines normalen Turniers. Du solltest gute Hände aggressiv spielen und aus später Position, sobald Du aber auf Widerstand stößt musst Du Deine Hand auch folden können. Zu diesem Zeitpunkt lohnt es sich nicht all Deine Chips mit AJo oder 55 zu riskieren, wenn ein Gegner Dich re-raised.

Es ist deshalb auch eher sinnlos die Blinds zu attackieren, weil sie sehr niedrig sind im Vergleich zum Starting Stack und es deshalb das Risiko nicht wert ist. Blinds stehlen wird viel wichtiger, wenn die Blindlevel gestiegen sind und auch Ante dabei ist. Noch etwas spricht gegen das Stehlen der niedrigen Blinds: Bei Turbo-Turnieren neigen Spieler dazu ihre Hände sehr schnell zu spielen und deshalb ist die Chance hoch, dass sie Blinds oft verteidigen oder sogar re-raisen. Deshalb ist es noch sinnloser als sonst, kleine Blinds anzugreifen.

Du kannst in der Anfangsphase kleine Hände spielen, die große Pötte gewinnen. Wenn Du in einer guten Position bist solltest Du so viele Flops wie möglich anschauen, wenn Du ein kleines Paar oder Suited Connectors auf der Hand hast. Diese Hände können große Pötte gewinnen. Wenn ich z.B. 66 habe folde ich selten zu einem Raise. Ich weiß, dass ich jedes achte Mal mein Set treffe und ich mich verdoppeln werde, weil mein Gegner seine Hand nicht folden kann.

Wenn Du ein Raise vor dem Flop mit einem kleinen Paar callst, solltest Du darauf achten, dass es mathematisch korrekt ist und sich das 1:8 Risiko lohnt. Im Idealfall hat Dein Gegner noch 20 Mal so viele Chips, wie er geraised hat. Wenn Dein Gegner nur noch fünfmal so viele Chips übrig hat, ist ein Call mathematisch falsch.

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Turbo und normalen Turnieren ist, dass ich in normalen Turnieren in den frühen Phasen ein bisschen aggressiver bin, um mein Image aufzubauen. Dann raise ich oft mit Händen wie J9s oder Q8s in später Position, aber diese Taktik geht in Turbo-Turnieren nicht auf. Bei den Turbos folde ich diese Hände, weil es schwierig ist mit dieser Hand einen großen Pot zu spielen.

Lass Deine Gegner ihre schwachen Hände in den frühen Phasen überschätzen – sie werden es meistens tun. Sie erhöhen oder callen Raises vor dem Flop mit 44 und wenn der Flop QJ7 kommt gehen sie trotzdem All-In. Diese Spieler übertreiben es auch gerne mit AK. Nach ihrem Raise können sie die Hand zu einem Check-Raise nicht folden, wenn der Flop J74 kommt. Obwohl sie offensichtlich hinten liegen callen sie eine große Wette in der Hoffnung ein Ass oder einen König am Turn zu treffen.

Manche Spieler gehen in dieser Situation sogar All-In. Sie haben lediglich zwei Overcards, aber ich denke, dass Sie bereits glauben, viel investiert zu haben, also können Sie auch All-In gehen. Sie sind ungeduldig – und das liegt an den Turbo-Turnieren. Nur weil man mit weniger Chips startet und schnellere Blindlevel hat, machen viele Spieler diesen Fehler.

Wenn es eine Sache gibt, die Du Dir bei Turbo-Turnieren merken solltest, ist es geduldig anfangen und auf große Hände warten. Viele Spieler überspielen ihre Hände zu Beginn und verlieren damit die Hälfte ihres Stacks. Sei Du lieber derjenige, der diese Hälfte gewinnt.

November 3, 2008

Wie man ein Pokerturnier gewinnt – Teil II

Filed under: Pokerturnier — admin @ 10:20 pm

Vergangene Woche habe ich darüber gesprochen, wie man sein Spiel bei einem Turnier umstellen muss, habe drei Fragen zu Turnieren beantwortet und betont, dass es wenig Unterschiede zwischen Cashgame- und Turnierstrategie gibt. Diese Woche möchte ich eine weitere Frage beantworten und zwei Situationen zeigen, in denen es Sinn macht, vom „richtigen“ Spiel abzuweichen.

Die vierte Frage: Die unterschiedliche Payout-Struktur zwischen Cashgames und Turnier hat doch sicher etwas zu bedeuten, oder?

Ja. Turniere unterscheiden sich von Cashgames in diesem Punkt. Bei Turnieren wirst Du dafür belohnt lange durchzuhalten und nicht dafür viele Chips zu sammeln.

Bei den Ring Games ist ein Chip den Du sparst, weil Du foldest genauso viel wert, wie ein Chip den Du gewinnst. Chips die Du im Turnier sparst sind dagegen mehr wert.

Nehmen wir ein typisches $1.000 Buy-In-Turnier mit 100 Spielern, bei dem der erste Platz $40.000 von einem $100.000 Preispool bekommt.

Zu Beginn des Turniers hat jeder Spieler 1.000 Chips mit dem Wert $1.000. Der Gewinner hat schließlich 100.000 Chips, die bei einem Cashgame auch $100.000 wert wären. Hier im Turnier sind sie aber nur $40.000 wert. Am Ende sind also 1.000 Chips nur noch $400 wert. Wenn Dein Stack wächst nimmt gleichzeitig der Wert jedes zusätzlichen Chips ab. Das bedeutet, Du solltest weniger unnötige Risikos eingehen, als Du es beim Cashgame machen würdest. (Bist du generell dagegen Risikos einzugehen bei Deinen Cashgames, spielst Du zu hohe Limits für Deine Bankroll.) Bleibe eher Deiner Cashgame-Strategie treu, als übertrieben viel an Deiner Spielweise bei einem Turnier zu ändern. Viele Leute hätten mehr davon, wenn sie ihre Strategie gar nicht ändern würden, denn meist sind die Änderungen zu extrem und darunter leidet dann ihr Spiel.

Es gibt für meine oben genannte Theorie auch zwei Ausnahmen, bei denen es profitabel ist vom normalen Spiel abzuweichen:

1. Wenn Du kurz vor dem Geld bist

Wenn Du sehr short stacked bist, musst Du sehr vorsichtig sein wenn Du Deine restlichen Chips in die Mitte schiebst, besonders wenn Du callst.

Wenn Du einen Big Stack hast, kannst Du nach Möglichkeiten suchen, die kleinen und mittleren Stacks zu belasten – besonders die mittleren. Diese Spieler werden so kurz vor dem Geld sicher gerne einer Konfrontation mit Dir aus dem Weg gehen. Damit ist die Jagdsaison für deren Blinds und Antes eröffnet.

Wenn Du einen mittleren oder kleinen Stack hast, musst Du ein bisschen vorsichtiger sein. Denke daran, die anderen Spieler – sogar die Big Stacks – wollten sich nicht mit Dir duellieren. Sie wollen nur Deine Blinds klauen, ohne Deine Gegenwehr. Stelle Dich also darauf ein, sie ein bisschen auszuspielen und Dich aggressiv zu wehren, wenn sie von Dir stehlen wollen. Es wird meist ein Kräftemessen der Big Stacks, wer zuerst den Schwanz einzieht und wer mehr Blinds und Antes klauen darf.

2. Am Final Table

Du musst Deine Spielweise kaum ändern, bevor Du nicht einen Spieler entfernt vom Finaltisch bist. Hier solltest Du wieder tighter spielen, weil die Payout-Struktur hier die überlebenden Spieler deutlich belohnt.

Halte Ausschau nach Möglichkeiten andere Spieler zu belasten, besonders die Short Stacks. Diese Strategie kannst Du während des gesamten Final Tables beibehalten.

Was ist mit Heads-Up?

Nun sind keine Anpassungen und Umstellungen mehr nötig. Im Grunde spielst Du jetzt ein Freezout, bei dem der Sieger alles gewinnt. Als Prämie gibt es hierbei die Gelddifferenz zwischen ersten und zweiten Platz.

Denke daran: Die Veränderungen Deiner Spielweise im Turnier sollten sehr subtil sein. Nur in sehr seltenen Fällen kannst Du Deine Strategie deutlich verändern. Spiele Deine Hände im Zweifelsfall als wärst Du im Cashgame und spiele so gut Du kannst. Selbst wenn Du Deine Spielweise nie änderst, hast Du auf diese Art und Weise immer eine gute Chance erfolgreich zu sein.

Wie gewinne ich ein Pokerturnier, Teil I

Filed under: Pokerturnier — admin @ 10:19 pm

Sehr viele Leute wollten oft im Detail wissen, wie man ein erfolgreicher Turnierspieler wird.

* Wie viele Chips sollte ich nach dem zweiten Level haben?
* Soll ich viele Hände spielen solange die Blinds niedrig sind und danach, bei höheren Blinds, tighter?
* Irgendwie scheide ich immer während der Bubble aus. Soll ich noch tighter spielen, wenn es nahe ans Geld geht, oder soll ich versuchen früh im Turnier mehr Chips zu sammeln?

Überraschenderweise haben alle drei Fragen die gleiche Antwort:

Höre damit auf, Dinge zu erzwingen. Konzentriere Dich darauf solides Poker zu spielen und lasse die Chips dorthin fallen, wo immer sie auch hinfallen. Fakt ist, dass dies die beste Antwort zu fast jeder Turnierfrage ist. Hier ist eine nützlichere Frage:

Wie viel Unterschied gibt es zwischen den Strategien beim Cash Game und beim Turnier-Poker?

Die Antwort ist: Weniger als Du glaubst.

Bevor Du Dich darum kümmerst, wie sich Deine Spielweise ändern sollte, weil Du ein Turnier spielst, stelle Dich lieber auf Deine Gegner ein. Das wichtigste Talent beim Poker ist es sich auf eine Vielzahl von Gegnern einzustellen und deren unterschiedliche Spielweise. Spieler, die dazu in der Lage sind, haben Erfolg bei Turnieren und beim Cash Game.

Viele der teuersten Fehler, die Spieler machen kommen davon, dass sie sich zu sehr darauf einstellen ein Turnier zu spielen. Schauen wir uns die Fragen von oben noch einmal an:

Wie viele Chips sollte ich nach dem zweiten Level haben?

Die kurze Antwort: So viele wie möglich.

Spiele Deine Karten. Spiele Deinen Gegner. Erzwinge nichts, nur weil Du glaubst, dass Du eine bestimmte Anzahl an Chips benötigst, um eine Chance auf den Sieg zu haben. Du solltest Dich darauf konzentrieren Deine Chips zu vermehren und die Chips, die Du bereits hast, zu behalten. Je mehr Chips Du hast, desto höher sind die Chancen auf Deinen Sieg. Je weniger Chips Du hast, desto schlechter stehen sie.

Vergiss es, eine bestimmte magische Zahl an Chips zu haben. Es gibt keine Grenze, die es Dir unmöglich macht ein Turnier zu gewinnen, sollten Deine Chips den Wert X unterschreiten. Genauso wenig hast Du das Turnier sicher gewonnen, wenn Du über dem Wert Y liegst. „A chip and a chair“ (ein Chip und ein Stuhl) reichen um zu gewinnen oder um Dich zu schlagen. Sich auf eine festgelegte Zahl zu fixieren, ist ein sicherer Weg um zu scheitern.

Nächste Frage: Soll ich viele Hände spielen solange die Blinds niedrig sind und danach, bei höheren Blinds, tighter?

Dein Spiel sollte sich wenig ändern im Verlaufe eines Turniers. Variiere Dein Spiel, um das Maximum von Deinen Gegnern zu gewinnen, unabhängig davon wie lange das Turnier bereits läuft. Viele Spieler sind zu loose zu Beginn des Turniers. Um nicht genauso zu scheitern wie viele andere, halte Dich an folgende Tipps:

* Versuche seltener Blinds zu stehlen
* Calle mehr Raises
* Re-raise öfter

Genauso, wenn die Spieler im späteren Verlauf des Turniers tighter spielen, solltest Du mehr stehlen und Dich seltener an Händen beteiligen, wenn vor Dir geraised wurde. Noch einmal: Das sollte die Reaktion darauf sein, wie Deine Gegner spielen und nicht weil Du Dich in einer bestimmten Phase eines Turniers befindest.

Letzte Frage: Irgendwie scheide ich immer während der Bubble aus. Sollte ich noch tighter spielen, wenn es nahe ans Geld geht, oder sollte ich versuchen früh im Turnier mehr Chips zu sammeln?

Normalerweise bekomme ich diese Frage von Spielern gestellt, die bereits eine Zeit lang vor der Bubble tight spielen. Das ist natürlich zu früh. Mit anderen Worten, sie konzentrieren sich zu sehr darauf, dass sie ein Turnier spielen. Es ist nicht nur falsch tighter zu spielen, wenn man mehr als drei Plätze von der Bubble entfernt ist, es garantiert auch fast, dass man auf der Bubble ausscheidet. Spiele möglichst gut und aggressiv und versuche zu verhindern, dass Dein Stack so niedrig ist, dass Du Deine Hand nicht mehr mit einem All-In vor dem Flop schützen kannst. Sollte das passieren, bekommen Deine Gegner die richtigen Odds, um zu callen – selbst mit schwachen Händen. Suche nach Möglichkeiten einen Move zu machen, um Dich davor zu schützen. Selbst wenn das bedeutet, mit mittelmäßigen Händen zu raisen.

Nächste Woche zeige ich euch zwei Situationen, bei denen es hilft seine Spielweise anzupassen.

Chips beim HORSE sparen

Filed under: Pokerturnier — admin @ 10:17 pm

Das $50.000 HORSE Turnier bei der World Series of Poker ist eines der bedeutendsten Events, die es beim Poker gibt. Die Struktur des Turnier erlaubt keinerlei Fehler. Typischerweise sind über 80% der Spieler noch in der Mitte des zweiten Tages dabei, aber keiner dieser Spieler hat genug Chips, um zwei große Pötte zu spielen. Jeder steht kurz davor auszuscheiden. Tatsächlich lief das genauso in fast jedem HORSE Turnier, dass ich jemals gespielt habe. Das bedeutet, dass jede Wette absolut entscheidend ist.

Bei No-Limit Turnieren gibt es immer ein paar Spieler die vom Feld ausbrechen und besonders viele Chips sammeln können. Die Blinds und Antes werden nur am Ende des Turniers für diese Spieler ein Thema. Dies geschieht aber so gut wie nie bei einem HORSE Turnier, denn dort wird Limit Poker gespielt. Die Blinds und Antes sind immer ein Thema und deshalb muss man Chips sparen, wann immer es geht.

Bei einem HORSE Turnier ist es besonders wichtig bei den Stud Runden an seinen Chips festzuhalten. Dort gibt es nämlich eine Wettrunde mehr als bei den Flop-Spielen Hold’em und Omaha. Deshalb ist es so wichtig die 3rd Street bei den Stud-Spielen konservativ anzugehen.

Sagen wir, bei Razz hast du A-2 als Hole Cards und eine offene 5. Dies ist eine der besten Starthände die man bei Razz haben kann, also sollte man definitiv mit einem Raise die Hand beginnen. Wenn ein Spieler, der eine 6 zeigt Dich reraised hat er sicher auch zwei niedrige Karten dazu. Er hat eine sehr gute Starthand, aber natürlich ist Deine besser.

Wenn dies ein Cashgame wäre, würdest Du ihn nun reraisen. Allerdings geht es hier um ein HORSE Turnier. Deshalb solltest Du nur callen, weil Du zu diesem Zeitpunkt nur ein kleiner Favorit bist. Hier nicht zu reraisen kann man damit vergleichen, Coinflips bei No-Limit Hold’em Turnieren zu vermeiden. Du gehst einer Situation aus dem Weg, bei der Du nicht der klare Favorit bist. In einem HORSE Turnier solltest Du einen winzigen Vorteil nicht überstrapazieren.

Wenn Du drei Wetten an 3rd Street einbringst und zwei oder mehr Caller bekommst, musst Du dank der Pot Odds auf jeden Fall dabei bleiben, egal was du an 4th Street triffst. Wenn Du so spielst, kannst Du einen großen Pot gewinnen, aber eben auch verlieren. In einem HORSE Turnier kannst Du aber nicht so spielen. Solltest Du zwei solcher Pötte verlieren bis Du ausgeschieden.

Ich empfehle deshalb, dass man sich erstmal die 4th Street anschaut, bevor man mehr Chips in die Hand investiert. Danach hat man einen besseren Eindruck davon, wie gut seine Hand ist. Wenn Du und Dein Gegner beide gute Karten an 4th Street treffen, bist Du ein viel größerer Favorit die Hand zu gewinnen. Anstatt 52% vorne zu sein, bist du nun etwa 65% Favorit und Du kannst anfangen zu raisen und reraisen um Deinen Vorteil zu schützen.

Ein weiterer Vorteil, ein Reraise an 3rd Street nur zu callen liegt ebenfalls auf der Hand. Du kannst so Deine Hand gut verstecken. Wenn Du und Dein Gegner an 4th Street beide gute Karten trefft, wird Dein Gegner denken, dass er Favorit ist. Damit slowplayst Du Deine Hand und kannst besonders lukrativ die 4th Street spielen, weil jetzt die Wetten doppelt so hoch sind.

Weil jeder Spieler in einem HORSE Turnier nur ein oder zwei Hände davon entfernt ist auszuscheiden, ist es extrem wichtig Chips zu sparen, wann immer es geht. Eine gute Möglichkeit dies zu erreichen ist, konservativ an 3rd Street bei den Stud-Games zu spielen.
Dreifache Punkte mit H3 – Hunt for Happy Hour

Am Montag, dem 8. September, geht’s los! Die Hunt for Happy Hour Aktion bringt Dir die dreifachen Full Tilt Punkte!.

Natürlich bekommst Du während der normalen Happy Hour noch immer doppelte Punkte. Hunt for Happy Hour bringt Dir aber dreifache Punkte!

Um die H3 Tische zu finden musst Du Dich nur auf Full Tilt Poker einloggen und auf “Meine Promotionen” im “Kasse-Bereich” klicken. Danach musst Du auf Happy Hour klicken und Ausschau nach den „Hunt for Happy Hour“ Zeiten halten. Wenn sich eine H3 Periode mit einer normalen Happy Hour überlappt, bekommst Du die gesamte Zeit dreifache Punkte!

Deine Full Tilt Punkte kannst Du im Full Tilt Poker Shop gegen stylisches Outfit eintauschen. Du kannst Dich damit aber auch in spezielle Turniere einkaufen.

Bleib immer am Laufenden! Die Zeiten unserer H3 Spiele ändern sich jeden Tag. Wirf also täglich einen Blick auf den Turnierplan um jede Chance auf dreifache Punkte zu nutzen.

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