Poker – Strategien, Tipps und Tricks

November 19, 2008

Redraws beim Pot-Limit Omaha

Filed under: Potgröße — admin @ 11:28 pm

Wenn Du noch nicht viel Erfahrung beim Pot-Limit Omaha hast, gibt es eine gute Faustregel. Spiele Hände, die Dir die Nuts bringen können, weil an einem vollen Tisch gewinnt meist der Spieler mit der bestmöglichen Hand. Wenn drei Flushkarten in der Mitte liegen hat der Sieger meist den Ace-high Flush und wenn das Board ein Paar zeigt, hat der Sieger meist ein Full House. Es ist nett die Nuts zu floppen, aber es ist noch wichtiger Redraws zu den Nuts zu haben, falls sich das Board auf den späteren Streets ändert.

Weil Du vier Karten in der Hands hast und nicht mehr nur zwei, sind die Starthände in Omaha viel näher zusammen im Wert als bei Texas Hold’em. Vier zufällige Karten, die kein Paar enthalten, werden nie deutlich schlechter sein als irgendeine andere Starthand. Die Werte verändern sich sobald der Flop in der Mitte liegt und dann ändern sie sich dramatisch. Beim Omaha ändert sich die beste Hand von Street zu Street. Die Nuts bleiben kaum die gleichen und die beste Hand am Flop ist selten noch die beste am River. Wenn Du mit Deiner Hand weiterspielen willst, brauchst Du Redraws, die Dir eine Menge Outs geben.

Mehr als alles andere geht es beim PLO um Straßen und deren Möglichkeiten. Du solltest immer darauf achten, dass Deine Hände eine 10 oder 5 enthalten, weil viele Straßen enthalten die eine oder andere Karte. Zehner sind deshalb besonders wichtig, weil sie häufig die Nut-Straight machen. Wenn viel Action am Flop ist und das Board sich nicht gepaired hat, solltest Du wirklich einen Redraw zur Nut-Straight haben. Wenn Du auch noch einen Flushdraw hast – umso besser.

Falls Du keinen Redraw hast, ist die schlechteste Hand, die Du beim PLO floppen kannst, ein niedriger Drilling. Die Chancen, dass Dein Set am River immer noch gut ist, sind minimal. Zu oft wirst Du von einem höheren Set, Straight oder Flush geschlagen werden. Deshalb sollten vor allem Anfänger darauf achten, auf Starthände zu verzichten, die kleine Paare wie 5er oder 7er enthalten. Die Hände bringen Dich eher in Schwierigkeiten, als dass Du damit Geld machen wirst. Es wird schlauer sein, sie vor dem Flop zu folden.

Einen Redraw zu den Nuts zu haben ist sehr wichtig beim Pot-Limit Omaha. Deshalb ist es auch oft die richtige Entscheidung am Flop die Nuts zu folden, wenn das Board gefährlich aussieht und Du keine Chance hast, Deine Hand zu verbessern. Das mag für Texas Hold’em-Spieler verrückt klingen, ist aber die Realität beim PLO. Die beste Methode dem entgegenzuwirken ist es, vier Karten als Starthand auszuwählen, die alle miteinander funktionieren, damit Du den Flop treffen und aggressiv spielen kannst, weil Du weißt, dass Du eine Chance hast, Dich bis zum River weiter zu verbessern.

Hier ist ein Beispiel worüber ich genau rede. Sagen wir, Du hast J-10-3-2 und der Flop bringt 9-8-7. Du hast die Nut-Straight gefloppt, aber Du kannst nicht allzu sehr feiern. Wenn ein Bube oder eine Zehn am Turn oder River folgen, hast Du nicht mehr die Nuts. Wenn zwei Karten zu einem Flush im Flop liegen, sieht es noch schlechter für Dich aus.

Dies ist eine schwierige Situation, weil jede Veränderung des Boards kann Deine Hand ruinieren. Wenn sich das Board paired, verlierst Du gegen ein Full House. Wenn die dritte Karte einer Farbe kommt, verlierst Du gegen einen Flush. Selbst wenn die Straight bis zum River die Nuts bleibt, ist die Chance hoch, dass Du den Pot mit jemandem teilen musst der ebenfalls die Nut-Straight hält.

Wenn Du eine Starthand bekommst, die Straight-Potential hat, ist es gut wenn Sie eine Lücke hat. Denke daran, es ist besser, wenn sie eine Lücke am unteren Ende hat als andersherum. Zum Beispiel ist J-10-9-7 eine bessere Hand als J-9-8-7, weil die erste Hand sich nach oben verbessern kann. Wenn der Flop 8-6-5 bringt, hast Du mit beiden Händen die Nuts gemacht, kommt aber eine 9 am Turn, hat nun die erste Hand eine höhere Straße und die aktuellen Nuts. Viele Beginner ignorieren diese Tatsache und spielen Hände wie 6-5-4-3. Auch wenn die Karten perfekt verbunden sind, ist diese Hand nicht so chic wie sie aussieht, weil sie kein Potential hat, sich zu verbessern.

Wie Du siehst, reicht es in diesem Spiel nicht, die Nuts zu floppen. Du brauchst auch Redraws um neue Nuts zu machen, wenn sich das Board ändert und weil es Pot-Limit Omaha ist, macht es das immer.

November 3, 2008

Wetten, um die Potgröße zu kontrollieren

Filed under: Potgröße — admin @ 10:12 pm

Intuitiv scheint es, das man mit checken und callen am besten den Pot klein behält, wenn man nicht weiß, ob man die beste Hand hat. Oft ist das auch der Fall. Aber ob Du es glaubst oder nicht, manchmal kannst Du durch Wetten den Showdown günstiger sehen als durch checken oder callen. Wenn es Dein Ziel ist, die Potgröße zu kontrollieren, macht es manchmal mehr Sinn selber aktiv Chips zu investieren, als Deinem Gegner das Wetten zu überlassen.

Um diese Taktik zu verdeutlichen habe ich hier ein Beispiel von einer Hand, die ich dieses Jahr beim Main Event der WSOP gespielt habe. Die Blinds waren 12k/24k und ich habe den Pot vom Button für 60k eröffnet. Normalerweise bedeutet es Stärke wenn man vom Button den 2,5-fachen Big Blind raised. Ich hatte aber lediglich Q-J in Herz. Der Small Blind hat gecallt und der Big Blind gefoldet.

Der Flop brachte A-T-x, er checkte und ich wettete 65k, die er callte. Der Turn brachte eine Dame – und mir damit das zweithöchste Paar – er checkte. Das war der entscheidende Moment in der Hand. Ich entschied mich 100k zu wetten. Ich habe das gemacht, um die Potgröße zu kontrollieren. Ich wollte keine 150k oder 200k am River callen müssen, also machte ich eine kleine Wette, die ihn hemmen sollte den River mit den meisten Händen zu wetten.

Sagen wir mein Gegner hat A-3. Meine kleine Wette am Turn sah aus, als hätte ich eine starke Hand, würde ihn melken wollen und einen Call erwarten. Es wird dann für ihn unmöglich den River mit einem schwachen Ass zu wetten. Er war am Ende genauso froh wie ich, einen günstigen Showdown zu sehen.

Ebenfalls wichtig sind unsere Stackgrößen. Ich hatte die Hand mit etwa 600k in Chips begonnen und er hatte deutlich mehr, rund 1,5 Millionen. Mit der 100k-Wette am Turn hatte ich mehr als ein Drittel meines Stacks investiert und dadurch sah es für ihn auch so aus, als könnte ich nicht mehr folden. Darüber hinaus hatte ich mir ein tightes Image aufgebaut und er müsste respektieren, dass ich wirklich eine gute Hand hatte. Wenn er geraised hätte, wäre es für mich recht günstig gewesen herauszufinden, ob er mich geschlagen hat.

Das Hauptziel meiner Wette am Turn war, den Showdown für 100k zu sehen, anstatt eine größere Wette am River callen zu müssen. Wenn ich gecheckt hätte, mit etwa 280k im Pot und es gut möglich ist, dass er ein Baby-Ass hat, dann hätte ihm mein Check verraten, dass ich kein Ass habe. Deshalb hätte er leicht 150-200k am River wetten können, weil er glaubt die beste Hand zu haben. Er hätte nach einem Betrag gesucht, den eine Dame bezahlt hätte und der nach einem Bluff aussehen könnte. Wenn er ein Baby-Ass gehabt hätte und sich für 200k entschieden hätte, habe ich mir mit meiner Wette 100k gespart.

Natürlich hätte er mir einen Strich durch die Rechnung machen können, wenn er am River All-In gegangen wäre. Aber noch einmal, es ist wichtig das passende Image für diesen Move zu haben. Ich war zu diesem Zeitpunkt sehr tight unterwegs und deshalb hatte er vor mit genauso viel Angst, wie ich vor ihm.

Was wäre, wenn ich ihn mit meiner Dame geschlagen hätte? Sagen wir er hätte J-T oder K-T. Er hätte auch callen müssen, weil es günstig für ihn war. Und das wollte ich ja auch, weil ich die 100k für meinen Stack gut gebrauchen konnte. Mir war es das Risiko wert, eines seiner sechs Outs am River zu sehen.

Gegen andere Spieler, die in der Lage sind am River All-In zu gehen, hätte ich eine andere Strategie ausgewählt. Dann hätte ich wirklich Small Ball gespielt, also Pot am Turn klein gelassen und gecheckt und darauf vorbereitet gewesen zu sein, 175k am River zahlen zu müssen. Aber gegen diesen Kerl, war ich sicher, dass er den River checken würde, es sei denn er hat eine Straight oder Drilling.

Wie sich herausstellte, habe ich nie seine Hand gesehen. Er checkte den River, ich ebenfalls. Er war angewidert, als ich ihm die Dame zeigte, also war es offensichtlich, dass er die Zehn hatte und ich ihn am Turn geschlagen habe. Aber er muss auch noch eine gute zweite Karte gehabt haben. Damit er mit einer Zehn callt, hätte er schon einen Gutshot haben müssen – also entweder J-T oder K-T. Und das war exakt die Hand gegen die ich am Turn gerne gespielt hätte.

Die Situation war sehr außergewöhnlich, weil es auch auf der Stackgröße und dem Image beruht, die in Live-Turnieren sehr wichtig sind. Wegen meines recht kleinen Stacks habe ich sehr tight gespielt und konnte mir keinen Move leisten. Ich konnte auch nur wenige Flops sehen. Ich hatte mit diesem Gegner schon eine Weile gespielt und dadurch diese Situation vorbereitet. Ich wollte den Showdown günstig sehen, weil ich glaubte, dass Damen die beste Hand sein können, aber ich wollte keine 200k am River zahlen müssen, um das herauszufinden.

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