Poker – Strategien, Tipps und Tricks

April 23, 2009

Pläne mid-hand anpassen

Filed under: Spielstrategie — admin @ 9:32 pm

Die meiste Zeit während Du eine Hand beim Poker spielst, wirst Du damit verbringen Dir Gedanken zu machen, welche Entscheidungen anstehen und wie Du sie treffen wirst. Sagen wir als Beispiel, Du callst ein Raise mit K-Q und denkst dann: Okay, wenn ich Top Pair treffe, spiele ich diese Hand weiter. Wenn ich einen Gutshot und zwei Overcards habe, spiele ich sie auch. Wenn ich einen open-ender und zwei Overcards habe, spiele ich sie erst recht. Ansonsten werde ich folden.

Allerdings wird es sicher oft die Situation geben, dass etwas unerwartetes passiert und Du Deine Strategie während der Hand ändern musst. Vielleicht macht Dein Gegner eine schwache Wette, die Dir Informationen gibt, die Du zu Deinem Vorteil nutzen kannst. Oder vielleicht erkennt Du eine Value Bet am River von Deinem Gegner und foldest, obwohl Du eigentlich vor hattest ihn zu callen.

Es ist immer gut eine Hand mit einem Plan zu beginnen, aber es ist genauso wichtig, bereit zu sein von diesem Plan abzuweichen wenn es die Situation verlangt. In jeder Hand musst Du bereit sein auf Deine Karten und auf die Karten im Board zu reagieren. Aber es ist ebenfalls entscheidend Deinen Gegner und seine Spielweise einzuberechnen.

Hier ist eine Hand die ich vor kurzem bei der 2009er EPT in Dortmund gespielt habe, wo ich am Ende Vierter wurde. Es war spät am zweiten Tag und ich war ziemlich short-stacked seit einiger Zeit und ab und zu ging ich mit brauchbaren Händen all-in. Ich hatte bis dato keinen ernsten Bluff in diesem Turnier gemacht. Wir waren zu acht und der Spieler in zweiter Position machte ein sehr kleines Raise auf 8.500 bei Blinds 2.000/4.000 und 500 Ante. Es wurde zu mir gefoldet im Small Blind und ich habe ein Paar Fünfer. Ich hatte 70.000 Chips und alles was ich wusste war, dass ich meine Hand spielen werde in dieser Situation.

Ich habe mich entschieden nur zu callen, weil ich wusste, dass der Big Blind dann wohl auch callen würde, und das tat er auch. Der Flop war A-8-3. Ich war offensichtlich auf der Suche ein Set zu floppen oder etwas wie 2-3-4 oder 3-4-6, aber dieser Flop war nicht gut für meine Hand, also checkte ich. Der Big Blind checkte auch und der Raiser machte eine sehr vorsichtige Wette von 12.000 in den 29.500 Pot.

Ich war mir nach seiner Wette sehr sicher, dass er kein Ass haben wird und wahrscheinlich auch sonst kein Paar. Für mich fühlte sich das nach K-J oder so etwas in der Art an. Als er 12.000 wettete, betrachtete ich alle Faktoren – meinen Read auf ihn, mein tightes Image und meine Stackgröße. Ich entschied mit 21.000 mehr zu raisen, so dass ich vielleicht ein schwaches Ass repräsentieren würde und ich auch committed war (auch wenn ich in Wahrheit nicht committed war und natürlich folden würde, wenn ich ein Reraise bekommen würde – dann hätte ich zumindest noch 30.000 Chips.)

Der Big Blind foldete und nach langem Überlegen foldete auch der Raiser. Er musste mir einfach Respekt für eine richtige Hand geben und ahnen, dass ich nicht mehr folden würde.

In dieser Situation änderte ich meinen Plan im Verlauf der Hand. Zu Beginn wollte ich nicht viele Chips investieren falls ich nicht treffe, aber durch das Anpassen meines Reads nach dem Flop glaubte ich, es war Zeit für einen Move.

Sei immer bereit dazu Deinen Plan zu ändern und ab und zu wirst Du dadurch Chips gewinnen, die sonst jemand anderes zugeschoben bekäme.

April 14, 2009

Hand-Koordination

Filed under: Spielstrategie — admin @ 9:33 pm

Hand-Koordination ist die relative Stärke Deiner Hand im Vergleich zu den Händen Deiner Gegner. Sie ist wahrscheinlich der beste Indikator dafür, ob Deine Session gut oder schlecht ist. Wenn sie gut für Dich läuft, floppst Du ein Monster und einer Deiner Gegner hat ebenfalls eine starke Hand, nur nicht so stark wie Deine. In dieser Situation verdienst Du am meisten Geld, wenn Du die Hand schnell spielst.

Sagen wir Du spielst Hold’em und Ihr schaut Euch zu viert den Flop an. Das Board zeigt 9-9-4 and Du hast ein paar 4er. Du solltest diese Hand schnell spielen – aus zwei Gründen: Erstens hoffst Du, dass ein Gegner eine 9 hat. Falls das der Fall ist, raised er Dich vielleicht und gibt Dir die Möglichkeit ein Reraise zu machen. Im Idealfall callt er Dich auch am Turn und River und Du machst auf diese Weise eine Menge Geld.

Der andere Grund warum ein Slowplay an dieser Stelle fehl am Platz ist, ist, damit Du Deinen Gegnern keine kostenlosen Karten gibst. Sagen wir alle Spieler checken und am Turn kommt eine 6. Einer Deiner Gegner hat ein Paar 6er auf der Hand und nun ein besseres Full House, so dass Du sicher eine Menge Geld verlieren wirst. Eine kostenlose Karte zu geben und einen riesigen Pot zu verlieren hättest Du mit einer Wette am Flop verhindern können. Das ist einer der größten Fehler, den man beim Poker machen kann.

Sagen wir nun der Flop ist K-J-J und Du hast Könige auf der Hand. In dieser Situation ist ein Slowplay nicht so gefährlich. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Gegner am Flop die schwächere Hand hat, dich aber am Turn schlägt. Dennoch denke ich, Du solltest auch hier nicht warten. Du gewinnst mehr Geld wenn Du die ganze Zeit wettest, weil jeder Spieler der einen Buben hat, wird Dich callen oder vielleicht sogar raisen. Am Flop musst Du einfach das Netz auswerfen und hoffen einen Spieler mit einem Buben zu fangen, oder noch besser mit K-J.

Wenn Du in dieser Situation langsam spielst, verrätst Du die Stärke Deiner Hand. Checkst Du den Flop, um ein Check-Raise zu machen, dann zeigst Du damit Deinem Gegner, dass Du eine sehr starke Hand hast und er wird vielleicht sogar einen Buben folden. Du machst in der Regel deutlich mehr Geld, wenn Du selber bis zum River wettest.

Andererseits ist ein Slowplay bei einem Monster manchmal besser. Sagen wir Du raised aus mittlerer Position mit A-Q in Herz und der Button und der Big Blind callen. Der Flop kommt 6-7-2 mit drei Herz. Wenn der Big Blind checkt, solltest Du auch checken. Wenn der Button wettet kannst Du danach raisen, weil er entweder blufft, und Du dann sowieso kein Geld mehr von ihm bekommst, oder um darauf zu hoffen, dass er auch einen Flush gefloppt hat und damit möglichst schnell alles Geld reinwandert. Hat er einen Drilling gefloppt wird er Dein Check-Raise wohl nur callen und wahrscheinlich noch eine große Wette am Turn und am River ebenfalls callen.

Wenn das Board am Turn ein Paar zeigt, solltest Du immer noch wetten. Es sind dann so viele Draws möglich und Dein Gegner glaubt vielleicht, dass Du das auch nur mit dem Herz Ass alleine machen würdest, oder mit dem Herz Ass und einem Paar oder mit dem Herz Ass und einem zweiten Ass. Es gibt einige Hände, die Du in dieser Situation haben kannst, abgesehen vom Nutflush. Deshalb solltest Du auch weiter wetten, wenn das Board ein Paar zeigt und hoffen, dass Du von einer schlechteren Hand gecallt wirst.

Wettest Du am Turn und einer Deiner Gegner antwortet mit einem hohen Raise, solltest Du Dir überlegen, ob Deine Hand immer noch die beste sein kann. Callt er dagegen am Turn nur und raised Dich am River kannst Du Deine Hand sehr sicher folden und ihm das Full House glauben.

Weil Hand-Koordination eine derart wichtige Rolle spielt wenn es um den langfristigen Erfolg geht, musst Du so viel Geld wie möglich machen, wenn sie zu Deinen Gunsten steht. Der beste Weg das zu erreichen, ist wenn Du Deine starken Hände schnell spielst und bei jeder Gelegenheit wettest.

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