Poker – Strategien, Tipps und Tricks

November 5, 2008

Die Vorteile eines aggressiven Images

Filed under: Image — admin @ 11:50 pm

Einer der wichtigsten Aspekte beim Poker ist es ein individuelles Image aufzubauen und dies zu seinem Vorteil zu nutzen. Wenn Du extrem aggressiv spielst, wird es wahrscheinlicher, dass Du auch mit sehr guten Karten viele Chips gewinnst, weil Deine Gegner Dich auf einen Bluff setzen. Wenn Du dagegen ständig tight spielst, kannst Du auch öfter bluffen, weil Deine Gegner Dir eine starke Hand glauben. Beide Varianten sind in Ordnung, es ist allerdings unglaublich wichtig sich seines Images bewusst zu sein, damit man es profitabel ausnutzen kann.

Meistens bewegen sich Spieler genau zwischen den beiden Extremen und das ist selten von Erfolg gekrönt. Ein Schlüssel zum Erfolg ist immer genau das Gegenteil von dem zu tun, was Deine Gegner gerade machen. Du solltest einen eigenen Stil entwickeln und dann davon abweichen, damit Du einen Vorteil gegen Spieler hast, die ihre Spielweise nicht anpassen können.

Ich denke, dass der sehr aggressive Stil am besten funktioniert. Ein Grund dafür ist die Möglichkeit, Chipleader zu werden und das Turnier dominieren zu können. Auf der anderen Seite kann man damit auch früh ausscheiden. Für mich ist es das Risiko wert. Langfristig bin ich daran interessiert ein Turnier zu gewinnen, also nur ins Geld zu kommen.

Denke daran, bei der Aggression geht es nicht nur ums Bluffen und darum Pötte zu stehlen. Mein ultimatives Ziel ist es bezahlt zu werden, wenn ich eine starke Hand habe. Wenn ich eine Menge Hände spiele während ich meinen Stack bei nahezu plus-minus Null halte, schaffe ich mir ein looses Image und meine Gegner glauben, dass ich nichts getroffen habe. Ich muss auch nicht jedes Mal Erfolg haben, wenn ich bluffe, nur genug um zu Überleben zu können. Darüber hinaus helfen mir Bluffs bei denen ich ertappt werde, mein Image zu stärken. Wenn ich dann aber einmal eine starke Hand habe, werde ich auch sehr wahrscheinlich einen sehr großen Pot gewinnen können.

Hier ist ein perfektes Beispiel von Tag Sieben des WSOP Main Events – der Tag der entscheiden sollte, wer den Final Table erreicht. Ich begann den Tag mit etwa 4,5 Millionen Chips, das war etwas unter dem Durchschnitt. Ich wusste, dass ich etwa 15 Millionen brauchte, um an den Final Table zu kommen und um dann auch eine Chance auf den Sieg zu haben. Ich hatte keine Absicht mich als Short Stack rein zu schleichen, deshalb war mir klar, ich muss mich im Laufe des Tages verdreifachen.

Mein Stack veränderte sich aber im Laufe des Tages kaum, außer bei zwei riesigen Pötten, die direkt zusammenhingen. Der erste war früh am Spieltag, als ich einen Bluff mit Ace-high am Flop machte, weil ich glaubte, meinen Gegner damit zum Folden bringen zu können. Er callt mich aber mit Top Pair und ich traf ein Ass am River um mich zu verdoppeln. Natürlich hatte ich hier viel Glück, aber was ebenfalls wichtig war, ich zeigte dem Tisch, dass ich keine Angst davor hatte alle meine Chips bei einem Bluff zu riskieren.

Später im Tag spielte ich eine Hand und hielt die Nuts – es lagen vier Pik auf dem Board und ich hatte das Pik Ass. Mein Gegner hatte einen kleineren Flush – mit der Pik Neun, glaube ich – aber mein Image war so verrückt, dass er callte, weil er glaubte, ich bluffe. Die Hand davor, wo ich mit Ace-high All-In ging, war wohl noch in seinem Hinterkopf. Pokerspieler wollen immer callen. Sie denken: welche Hände könnte ich schlagen? Das ist noch drastischer, wenn Du an einem TV-Tisch sitzt, weil niemand derjenige sein will, der eine gute Hand foldet, während ein anderer eiskalt blufft – besonders wenn die ganze Nation zuschaut. Wegen meines loosen Images habe ich dadurch einen 18 Millionen Chip Pot gewonnen.

In gewisser Hinsicht, ist es nicht einfach Poker aggressiv zu spielen. Du musst emotional gefestigt sein, um die Schwankungen auszuhalten. Du musst tief in Dir verstanden haben, dass Du manchmal mit einem Bluff riesige Pötte verlieren wirst – vielleicht sogar Deinen gesamten Stack. Wenn das passiert, darfst Du nicht zusammenbrechen. Du musst dann zum nächsten Turnier gehen und bereit sein, den gleichen Move noch einmal zu machen – weil er meistens funktionieren wird. Du darfst nie Angst haben, weil es in der Vergangenheit nicht gut gelaufen ist. Um so aggressiv zu spielen, musst Du daran glauben, dass es der richtige Weg ist. Wenn Du das schaffst, wirst Du langfristig Erfolg haben.

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