Poker – Strategien, Tipps und Tricks

January 1, 2009

Online-Notizen über seine Gegner machen

Filed under: Gegner analysieren — admin @ 10:31 pm

Wenn Du live Poker spielst, sind die einzigen Notizen die Du Dir – zumindest unauffällig – machen kannst, in Deinem Kopf gespeichert. Online dagegen, sind diese Möglichkeiten, die es beim Live-Spiel nicht gibt, enorm. Es ist wichtig diesen Vorteil zu nutzen und Notizen über seine Gegner zu machen. Wenn Du dies allerdings machst, solltest Du es richtig machen. Das bedeutet, korrekte Notizen, damit Du sie später auch sinnvoll nutzen kannst, wenn Du sie abrufst.

Was viele Pokerspieler übersehen ist, wie wichtig das Datum bei der Notiz ist. Ich schreibe immer den Tag dazu, wenn ich mir etwas zu meinem Gegner notiere. Wenn ich dann sechs Monate später wieder auf ihn treffe, bin ich mir der Tatsache bewusst, dass sein Stil sich deutlich geändert haben kann in dieser Zeitspanne. Spiele ich dagegen nur ein paar Tage nach der ersten Notiz gegen ihn, kann ich recht sicher sein, dass er noch ähnlich spielen wird.

Das erste Mal, wenn ich etwas Auffälliges notiere, schreibe ich ein Fragezeichen dahinter. Nur weil ich es einmal bei meinem Gegner gesehen habe, wie er mit King-high blufft, nachdem zweimal zu ihm gecheckt wurde, heißt das noch lange nicht, er macht das jedes Mal. Ich werde dann so etwas schreiben wie: „Gebe ihm die Möglichkeit und er kann nicht widerstehen?“ Weil ich das nur bei einer Hand von ihm gesehen habe, kommt das Fragezeichen an den Schluss. Macht er das gleiche noch zwei oder drei Mal, lösche ich das Fragezeichen, weil ich nun ein Muster erkannt habe.

Außerdem ist es wichtig die Notizen so detailliert wie möglich zu machen. „Hat keine Ahnung wie man short-stacked spielt“ ist ein guter Anfang und Du solltest in Zukunft noch genauer schreiben, wie die Umstände dabei waren. Besser wäre: „Hat das $70 Raise eines Shortstacks Out Of Position mit einem Paar Vierer gecallt und ein Check-Raise gemacht, mit drei Overcards und keinem Draw.“ Eine Notiz wie diese sagt alles.

Eine Sache, die ich auch immer notiere, wenn Spieler beim Cashgame sich hinsetzen und sofort den Big Blind zahlen und nicht warten können, bis sie der Big Blind sind. Warum kann der Kerl nicht ein oder zwei Minuten warten? Das ist einfach schlecht, besonders wenn er das Under The Gun macht. Es zeigt deutliche Ungeduld. Ich schreibe dann eine Notiz mit der Größe seines Stacks, etwas wie: „2. Position post mit 20 BB Stack“. Das verrät mir eine Menge darüber, wie ungeduldig diese Person ist.

Natürlich gibt es immer zwei Seiten beim Poker. Sei Dir deshalb bewusst, dass auch andere Spieler Notizen über Dich machen. Das ist der perfekte Grund ständig Dein Spiel zu variieren. Es ist entscheidend sein Spiel anzugleichen, besonders online, weil die Leute hier mehr nach Muster suchen, als beim Live-Spiel. Wenn Du beim Bluffen erwischt wirst and etwas Geld verlierst, ist das nicht unbedingt etwas schlechtes. Bist Du der Meinung, Dein Gegner hat sich das gemerkt und eine Notiz gemacht, solltest Du dieses Wissen gegen ihn verwenden. Lasse ihn Dich für einen aggressiven Spieler halten und Deine Value-Bets bezahlen, wenn Du eine Hand hast.

Du kannst sogar so weit gehen und notieren, was Du glaubst, was Deine Gegner von Dir denken; so umfangreich und fortgeschritten können Deine Notizen sein. Fange einfach damit an, Dir Spielzüge von Deinen Gegner zu notieren. Mit den richtigen Details wirst Du in zukünftigen Pötten gegen sie belohnt werden.

December 29, 2008

Wie man die frühe Phase eines Turbo-MTTs spielt

Filed under: Pokerturnier — admin @ 6:56 pm

Einer der größten Fehler bei Turbo-Multi-Table-Turnieren ist in den ersten Runden zu schnell und zu loose zu spielen. Die Blindlevel sind kürzer und die Starting Stacks kleiner; deshalb neigen viele Spieler dazu frühzeitig mit A9 oder 55 All-In zu gehen. Diese Turniere laufen während der ersten Level aber tatsächlich wie normale Turniere, d.h. es ist wichtig Geduld zu haben und auf große Hände zu warten.

In den ersten 15 oder 20 Minuten eines Turbo-Turniers solltest Du genauso spielen, wie in den ersten 60 oder 90 Minuten eines normalen Turniers. Du solltest gute Hände aggressiv spielen und aus später Position, sobald Du aber auf Widerstand stößt musst Du Deine Hand auch folden können. Zu diesem Zeitpunkt lohnt es sich nicht all Deine Chips mit AJo oder 55 zu riskieren, wenn ein Gegner Dich re-raised.

Es ist deshalb auch eher sinnlos die Blinds zu attackieren, weil sie sehr niedrig sind im Vergleich zum Starting Stack und es deshalb das Risiko nicht wert ist. Blinds stehlen wird viel wichtiger, wenn die Blindlevel gestiegen sind und auch Ante dabei ist. Noch etwas spricht gegen das Stehlen der niedrigen Blinds: Bei Turbo-Turnieren neigen Spieler dazu ihre Hände sehr schnell zu spielen und deshalb ist die Chance hoch, dass sie Blinds oft verteidigen oder sogar re-raisen. Deshalb ist es noch sinnloser als sonst, kleine Blinds anzugreifen.

Du kannst in der Anfangsphase kleine Hände spielen, die große Pötte gewinnen. Wenn Du in einer guten Position bist solltest Du so viele Flops wie möglich anschauen, wenn Du ein kleines Paar oder Suited Connectors auf der Hand hast. Diese Hände können große Pötte gewinnen. Wenn ich z.B. 66 habe folde ich selten zu einem Raise. Ich weiß, dass ich jedes achte Mal mein Set treffe und ich mich verdoppeln werde, weil mein Gegner seine Hand nicht folden kann.

Wenn Du ein Raise vor dem Flop mit einem kleinen Paar callst, solltest Du darauf achten, dass es mathematisch korrekt ist und sich das 1:8 Risiko lohnt. Im Idealfall hat Dein Gegner noch 20 Mal so viele Chips, wie er geraised hat. Wenn Dein Gegner nur noch fünfmal so viele Chips übrig hat, ist ein Call mathematisch falsch.

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Turbo und normalen Turnieren ist, dass ich in normalen Turnieren in den frühen Phasen ein bisschen aggressiver bin, um mein Image aufzubauen. Dann raise ich oft mit Händen wie J9s oder Q8s in später Position, aber diese Taktik geht in Turbo-Turnieren nicht auf. Bei den Turbos folde ich diese Hände, weil es schwierig ist mit dieser Hand einen großen Pot zu spielen.

Lass Deine Gegner ihre schwachen Hände in den frühen Phasen überschätzen – sie werden es meistens tun. Sie erhöhen oder callen Raises vor dem Flop mit 44 und wenn der Flop QJ7 kommt gehen sie trotzdem All-In. Diese Spieler übertreiben es auch gerne mit AK. Nach ihrem Raise können sie die Hand zu einem Check-Raise nicht folden, wenn der Flop J74 kommt. Obwohl sie offensichtlich hinten liegen callen sie eine große Wette in der Hoffnung ein Ass oder einen König am Turn zu treffen.

Manche Spieler gehen in dieser Situation sogar All-In. Sie haben lediglich zwei Overcards, aber ich denke, dass Sie bereits glauben, viel investiert zu haben, also können Sie auch All-In gehen. Sie sind ungeduldig – und das liegt an den Turbo-Turnieren. Nur weil man mit weniger Chips startet und schnellere Blindlevel hat, machen viele Spieler diesen Fehler.

Wenn es eine Sache gibt, die Du Dir bei Turbo-Turnieren merken solltest, ist es geduldig anfangen und auf große Hände warten. Viele Spieler überspielen ihre Hände zu Beginn und verlieren damit die Hälfte ihres Stacks. Sei Du lieber derjenige, der diese Hälfte gewinnt.

December 3, 2008

Wann man vom Pokern eine Auszeit nehmen sollte

Filed under: Slow play — admin @ 10:21 pm

Einer der Vorteile beim Poker, insbesondere beim online-Poker , ist die Tatsache, dass Dir das Spiel jederzeit zur Verfügung steht. Nicht so wie beim Baseball, bei dem Du immer dem Zeitplan Deines Teams unterliegst, oder als Arzt, wo Du jederzeit für einen Notdiensteinsatz zur Verfügung stehen musst. Beim Poker kannst Du auch mal einen Auszeit nehmen und es ist immer noch da, wenn Du wieder kommst. Deshalb empfehle ich nachdrücklich Pausen einzulegen, besonders wenn es Anzeichen dafür gibt, dass Du nicht Dein bestes Poker spielst.

Das häufigste Zeichen worauf Du achten solltest, ist wenn Deine Lust auf das Pokern sinkt. Du solltest nur Poker spielen, wenn Du das auch wirklich willst. Es klingt offensichtlich, aber zu viele von uns spielen weiter, auch wenn ihnen nicht danach ist.

Ich stelle auch fest, wenn ich zu viel negative Gefühle an mir bemerke, dann bietet sich ein guter Zeitpunkt für eine Pause. Wenn ich mich nicht gut fühle, nicht nur wegen Poker, sondern wegen etwas anderem in meinem Leben, dann beeinflusst das mein Spiel negativ.

Ein anderes Signal auf das ich achte, ist wenn ich zu risikoreichem Spiel neige. Sollte ich Turniere spielen und feststellen, dass ich zu leicht bereit bin, all meine Chips für einen Coinflip zu setzen, ist das ein Zeichen dafür. Ich spiele dann nicht mein bestes Poker und sollte besser Abstand nehmen als einen Burnout zu riskieren.

Was immer Deine speziellen Signale sind, wenn Du konstant verlierst besteht die Chance, dass es einen Grund dafür gibt. Viele Spieler sagen dann „Bei mir läuft’s gerade nicht“, aber in den seltensten Fällen ist es wirklich nur das.

Und wenn ich eine Auszeit nehme, dann nehme ich sie wirklich – ich distanziere mich dann komplett vom Spiel. Ich spiele dann einige Tage überhaupt nicht. Das gibt mir die Möglichkeit, eine andere Perspektive zu erlangen und wenn ich wieder anfange bin ich hungrig darauf gut zu spielen.

Bei der 2008er World Series of Poker gab es eine Situation, bei der ich dank meiner Disziplin eine Pause einlegte, obwohl ein Teil von mir sich dagegen gesträubt hatte. Mein Lieblingsevent stand an – das Half Omaha / Half Hold’em – aber ich fühlte, wie ich kurz vor dem Burnout stand. Noch war es zwar nicht so weit, aber ich bin bereits dreimal während der Bubble ausgeschieden und war deshalb sehr niedergeschlagen.

Half Omaha / Half Hold’em ist mein Lieblingsturnier und obwohl ich mich sehr darauf freute, wusste ich eines. Sollte ich spielen, werde ich wahrscheinlich nicht mein bestes Poker abrufen können und darüber hinaus kostet es mich zu viel Kraft um die nächsten Events zu spielen. Deshalb entschied ich mich nach Malibu zu reisen für ein paar Tage und besuchte einen Freund. Dort am Strand fand ich genügend Abstand vom Poker. Das erste Event, das ich nach meiner Rückkehr spielte, war das #29, $3.000 No-Limit Hold’em und ich erreichte Platz 3. Ich gewann mehr als $165.000, so viel wie noch nie zuvor bei einem Liveturnier.

Grundsätzlich vergleiche ich die geistige Verarbeitung von einem Pokerspieler mit einer Batterie: Wenn die Batterie leer ist, muss man sie wieder aufladen. Und die beste Möglichkeit sich selbst aufzuladen geht mit viel Abstand zum Spiel. Du wirst feststellen, die besten Resultate bekommst Du, wenn Du geistig frisch bist und wenn Du spielst, weil Du wirklich spielen willst.

November 28, 2008

Wie man die Bubble-Phase in einem Sit’n'Go meistert

Filed under: Sit'n'Go — admin @ 9:09 pm

Bei einem normalen Sit’n'Go mit neun Spielern kommen die ersten drei Teilnehmer ins Geld. Deshalb findet die entscheidende Phase dann statt, wenn nur noch vier Spieler im Rennen sind. Drei von ihnen werden Geld gewinnen und einer von ihnen geht mit leeren Händen nach Hause. Man muss es nicht erwähnen, der vierte Platz bei einem 9-Spieler Sit’n'Go ist undankbar und enttäuschend.

Es bricht eine unberechenbare Zeit an, wenn Dein Stack kleiner wird, die Blinds steigen und jeder versucht ins Geld zu kommen. Um das meiste aus einem Sit’n'Go herauszuholen, musst Du ein Meister des Spiels während der Bubble-Phase werden.

Bei Full Tilt Poker bekommt der erste Platz 50% des Preispools, der zweite Platz 30% und der dritte Platz 20%. Aber lass Dich nicht von den 20% irritieren. Es sind nicht wirklich 20% für Platz 3. Wenn nur noch drei Spieler übrig sind wurden bereits 60% verteilt und die letzten drei Spieler kämpfen um die restlichen 40%. Deshalb ist es so wichtig, dass Du ins Geld kommst. Du musst ein paar schwierige Entscheidungen treffen und gute Lay-Downs machen, damit Du einen Teil der 60% bekommst.

Hier ist ein Beispiel einer Hand die Du meistens anders spielen würdest, als wenn es um die Bubble bei einem SNG geht: Du bist Zweiter nach Chips mit 3.000, die Blinds sind 100/200 und Du bekommst Ad-7d im Big Blind. Der Chipleader ist am Button und raist auf 600, der SB foldet und Du callst die 400. Der Flop bringt Q-8-3 mit zwei Karo; ein recht attraktiver Flop für Deine Hand. Du checkst und Dein Gegner macht genau das, wovor Du Angst hattest: er setzt Dich All-In mit einer Wette die doppelt so groß wie der Pot ist. Du bekommst etwas besser als 3:2 Pot Odds für einen Call, der Dein Turnier beenden kann.

In dieser Situation würdest Du eher callen, wenn Du in der frühen Phase eines SNG bist oder wenn die Bubble schon vorbei ist. Dies ist aber eine besondere Situation. Du bist bei der Bubble und 60% des Preispools steht kurz davor verteilt zu werden. Wenn Du hier callst, stehen Deine Chancen etwa 50/50 um der Spieler zu sein, der kein Geld bekommt. Dies ist einer der Momente, bei dem Du die Struktur des SNGs Deine Entscheidung beeinflussen lassen musst.

Nach der Bubble-Phase sollte Deine Einstellung sich radikal verändern. Schau Dir noch einmal die Payout-Struktur an: die letzten drei Spieler kämpfen um die übrigen 40% des Preispools. Wenn Du Platz 2 erreichst, bekommst Du weitere 10%, aber wenn Du das SNG gewinnst erhältst Du 30% dazu. Man bekommt also dreimal so viel für den Sieg, wie für Platz 2. Dein Ziel ist jetzt mit allen Mitteln Erster zu werden. Dabei darfst Du keine Angst haben als Dritter auszuscheiden.

Du musst bereit sein Deine Chips zu riskieren um einen Stack aufzubauen, der Dir den Sieg bringen kann. Wenn Du eine Hand wie J-9 oder A-rag (eine kleine Karte) bekommst und es so wirkt als würde jemand viel stehlen, wehre Dich und gehe All-In. Du willst nicht weggeblindet werden und Dich auch nicht ins Heads-Up folden, nur um dann dort zu verlieren.

Bei diesen Strukturen ist das erste Ziel ins Geld zu kommen. Nachdem das geschafft ist, geht es um den Sieg.

November 19, 2008

Redraws beim Pot-Limit Omaha

Filed under: Potgröße — admin @ 11:28 pm

Wenn Du noch nicht viel Erfahrung beim Pot-Limit Omaha hast, gibt es eine gute Faustregel. Spiele Hände, die Dir die Nuts bringen können, weil an einem vollen Tisch gewinnt meist der Spieler mit der bestmöglichen Hand. Wenn drei Flushkarten in der Mitte liegen hat der Sieger meist den Ace-high Flush und wenn das Board ein Paar zeigt, hat der Sieger meist ein Full House. Es ist nett die Nuts zu floppen, aber es ist noch wichtiger Redraws zu den Nuts zu haben, falls sich das Board auf den späteren Streets ändert.

Weil Du vier Karten in der Hands hast und nicht mehr nur zwei, sind die Starthände in Omaha viel näher zusammen im Wert als bei Texas Hold’em. Vier zufällige Karten, die kein Paar enthalten, werden nie deutlich schlechter sein als irgendeine andere Starthand. Die Werte verändern sich sobald der Flop in der Mitte liegt und dann ändern sie sich dramatisch. Beim Omaha ändert sich die beste Hand von Street zu Street. Die Nuts bleiben kaum die gleichen und die beste Hand am Flop ist selten noch die beste am River. Wenn Du mit Deiner Hand weiterspielen willst, brauchst Du Redraws, die Dir eine Menge Outs geben.

Mehr als alles andere geht es beim PLO um Straßen und deren Möglichkeiten. Du solltest immer darauf achten, dass Deine Hände eine 10 oder 5 enthalten, weil viele Straßen enthalten die eine oder andere Karte. Zehner sind deshalb besonders wichtig, weil sie häufig die Nut-Straight machen. Wenn viel Action am Flop ist und das Board sich nicht gepaired hat, solltest Du wirklich einen Redraw zur Nut-Straight haben. Wenn Du auch noch einen Flushdraw hast – umso besser.

Falls Du keinen Redraw hast, ist die schlechteste Hand, die Du beim PLO floppen kannst, ein niedriger Drilling. Die Chancen, dass Dein Set am River immer noch gut ist, sind minimal. Zu oft wirst Du von einem höheren Set, Straight oder Flush geschlagen werden. Deshalb sollten vor allem Anfänger darauf achten, auf Starthände zu verzichten, die kleine Paare wie 5er oder 7er enthalten. Die Hände bringen Dich eher in Schwierigkeiten, als dass Du damit Geld machen wirst. Es wird schlauer sein, sie vor dem Flop zu folden.

Einen Redraw zu den Nuts zu haben ist sehr wichtig beim Pot-Limit Omaha. Deshalb ist es auch oft die richtige Entscheidung am Flop die Nuts zu folden, wenn das Board gefährlich aussieht und Du keine Chance hast, Deine Hand zu verbessern. Das mag für Texas Hold’em-Spieler verrückt klingen, ist aber die Realität beim PLO. Die beste Methode dem entgegenzuwirken ist es, vier Karten als Starthand auszuwählen, die alle miteinander funktionieren, damit Du den Flop treffen und aggressiv spielen kannst, weil Du weißt, dass Du eine Chance hast, Dich bis zum River weiter zu verbessern.

Hier ist ein Beispiel worüber ich genau rede. Sagen wir, Du hast J-10-3-2 und der Flop bringt 9-8-7. Du hast die Nut-Straight gefloppt, aber Du kannst nicht allzu sehr feiern. Wenn ein Bube oder eine Zehn am Turn oder River folgen, hast Du nicht mehr die Nuts. Wenn zwei Karten zu einem Flush im Flop liegen, sieht es noch schlechter für Dich aus.

Dies ist eine schwierige Situation, weil jede Veränderung des Boards kann Deine Hand ruinieren. Wenn sich das Board paired, verlierst Du gegen ein Full House. Wenn die dritte Karte einer Farbe kommt, verlierst Du gegen einen Flush. Selbst wenn die Straight bis zum River die Nuts bleibt, ist die Chance hoch, dass Du den Pot mit jemandem teilen musst der ebenfalls die Nut-Straight hält.

Wenn Du eine Starthand bekommst, die Straight-Potential hat, ist es gut wenn Sie eine Lücke hat. Denke daran, es ist besser, wenn sie eine Lücke am unteren Ende hat als andersherum. Zum Beispiel ist J-10-9-7 eine bessere Hand als J-9-8-7, weil die erste Hand sich nach oben verbessern kann. Wenn der Flop 8-6-5 bringt, hast Du mit beiden Händen die Nuts gemacht, kommt aber eine 9 am Turn, hat nun die erste Hand eine höhere Straße und die aktuellen Nuts. Viele Beginner ignorieren diese Tatsache und spielen Hände wie 6-5-4-3. Auch wenn die Karten perfekt verbunden sind, ist diese Hand nicht so chic wie sie aussieht, weil sie kein Potential hat, sich zu verbessern.

Wie Du siehst, reicht es in diesem Spiel nicht, die Nuts zu floppen. Du brauchst auch Redraws um neue Nuts zu machen, wenn sich das Board ändert und weil es Pot-Limit Omaha ist, macht es das immer.

November 11, 2008

Line 2: Bet am Flop – Check am Turn – Call am River

Filed under: Betting lines — admin @ 10:41 pm

Diese Variante, eine Hand zu spielen, gehört zum absoluten Expertenwissen und wird auch von mittelmäßig guten Spielern viel zu wenig angewendet. Sie dient vor allem dazu, absolut preiswert in Position zum Showdown zu gelangen gegen (semi)-aggressive Opponenten, die durchaus zu Bluffs und Semi-bluffs fähig sind. Gerade gegen diese Gegner haben kleine Paare oder As-hoch-Hände eine zu hohe Wertigkeit in Bezug auf die mögliche Handrange, sodass wir diese nicht einfach weglegen können. Andererseits wollen wir auch nicht unbedingt drei Big Bets für ein Heruntercallen investieren.

Ein weiterer Vorteil ist, dass wir so gegen Bluffs einen weiteren Big Bet auf dem River gewinnen, den wir ansonsten auf dem Turn bereits aufgegeben hätten.

Wichtig ist hierbei zu beachten, dass wir diese Variante tendenziell nicht gegen sehr gute Gegner anwenden sollten, da solche fähig sind, unseren Plan zu durchschauen und entsprechend auf dem River ihre gesamten Hände, die uns schlagen können, noch mal setzen und alle anderen von uns geschlagenen Hände einfach ein weiteres Mal zu uns checken. Hauptadressat für diese Art und Weise zu spielen sind somit Gegner, die schlechte Fähigkeiten in Bezug auf das Lesen von gegnerischen Händen haben und daher eher gewillt sind, ihre völlig hoffnungslosen Hände in Bluffs umzuwandeln und somit unser As-hoch mit starker Regelmäßigkeit auszuzahlen.

* Beispiel:

Im Cut-off finden wir
[Ace] [Queen]

Vor uns wird gepasst und wir erhöhen. Alle weiteren Spieler passen zum Big Blind (ein sehr sehr aktiver und schlechter Gegner, der viele Flops callt, aber fähig zu Bluffs und Semi-bluffs ist), der sich zu einem Call entschließt. Der Flop kommt:

[King of diamonds] [Seven of hearts] [Three of spades]

Der Big Blind checkt und wir setzen unseren Continuation-Bet in der Hoffnung, den Pot direkt einzusammeln. Dies misslingt jedoch, da der Gegner callt.

[Ten of diamonds]

Der Big Blind checkt und wir entscheiden uns, ebenfalls zu checken.

Viele Spieler würden an dieser Stelle ein weiteres Mal setzen, um sich mit einem Bet einen “free showdown” zu erkaufen, profitabler ist aber die hier beschriebene Linie.

Line 1: Bet/Call am Flop – Raise am Turn – Bet am River

Filed under: Betting lines — admin @ 10:40 pm

Diese Spielart ist geeignet, um Gegnern, die dazu neigen, häufig den Flop zu check/raisen, das Leben etwas schwerer zu machen und das Maximum an Wertigkeit zu extrahieren. Auch aus Bluffs des Gegners können wir auf diese Art und Weise die größere Anzahl an Spielchips bekommen, da die meisten Gegner eventuell einen Flop mit einem Bluff check/raisen und dann auch automatisch den Turn setzen, während sie auf einen Flop-Reraise direkt folden würden. Mit der beschriebenen Line gewinnen wir ergo einen Big Bet mehr gegen einen kompletten Bluff und einen Small Bet gegen eine zweitbeste Hand.

Ein wichtiger Hinweis ist, dass sich diese Art Hände zu spielen insbesondere für Fälle eignet, in denen die Flop-Struktur eher “trocken” (Regenbogen-Flop, wenige Draw-Kombinationen) als “drawlastig” ist (Flushdraw-Flop, Drei-Flush-Flop, sehr stark verknüpfte Karten, die viele Straßen ermöglichen könnten etc.). Auf drawlastigen Flops empfiehlt es sich, eher direkt Gas zu geben und viele Bets direkt zu investieren, da diverse Turn-Karten

* entweder unsere starke Hand in Gefahr bringen
* oder dem Gegner Sorge bereiten könnten und ihn daher dazu veranlassen, in einen passiven Modus umzuschalten, ergo unsere schöne starke Hand nicht in der Weise auszuzahlen, wie wir uns dies erhofft hatten.

* Beispiel:

Wir sitzen auf dem Button mit:
[King] [King]

Alle Spieler passen zu uns und wir erhöhen als Erster. Der Small Blind passt ebenfalls und nur der Big Blind (ein sehr solider, denkender tight-agressiver Spieler) geht mit. Zu zweit sehen wir den Flop:

[Ace of diamonds] [King of spades] [Eight of hearts]

Wir treffen das mittlere Set, eine sehr starke Hand. Der Big blind checkt seine Option zu uns, wir platzieren einen Bet und er raist nun. Dies ist eine gute Gelegenheit, um auf dem Flop nur zu callen und auf dem Turn zu raisen. Der Flop enthält wenige Draws und somit ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Gegner hier eine fertige Hand mit einem getroffenen As hält (ein mittleres Paar ist unwahrscheinlich, da wir selbst drei von vier Königen im Kartendeck sehen). Dies erlaubt uns hier auf dem Flop nur mitzugehen, um dann den Turn infolgedessen zu erhöhen. Da der Gegner ein gutes tight-aggressives Spielerprofil hat, wird er hier häufig das As halten und auch ein Raise auf dem Turn heruntercallen.

Line 3: Check/Call am Flop – Check/Raise am Turn

Filed under: Betting lines — admin @ 10:39 pm

Diese Variante wird von schlechten Spielern viel zu häufig verwendet und von mittelmäßigen bis mäßig guten Spielern deutlich zu wenig. Viele der angesprochenen Spieler wählen diese Variante, um starke bis extrem starke Hände außer Position in der Annahme zu spielen, sie würden damit mehr Wert aus der Hand ziehen.

Sie realisieren dabei nicht, dass sie dadurch, dass sie lediglich starke Hände in dieser Weise spielen, für gute Spieler leicht lesbar werden, die somit klare Entscheidungen haben und ihre schlechteren Hände auf dem Turn einfach aufgeben können, mit den guten Händen aber reraisen. Zudem birgt diese Bet-Sequenz die Gefahr, dem Gegner gratis Karten für einen eventuellen Straight- oder Flushdraw zu geben. Noch ein Aspekt ist, dass, falls der Gegner am Turn ebenfalls checkt, der gelesene Spieler deutlich weniger Wert aus seiner Hand ziehen kann.

Mittelmäßige bis mäßig gute Spieler kennen diesen Umstand und versuchen daher seltener, nach einem Check/Call auf dem Flop zusätzlichen Value mit einem Check/Raise am Turn zu generieren. Dies jedoch wird zum Problem, wenn man gegen semikompetente Opponenten spielt, da diese dann eine neue Line erkennen, nämlich dass man – wenn man auf dem Flop check/call spielt – entweder plant, den Turn zu folden oder preiswert zum Showdown zu kommen mit einer Hand wie einem mittleren Paar. Dies führt also ebenfalls dazu, dass das eigene Spiel berechenbar wird und Gegner sehr korrekte Entscheidungen treffen können.

Dies ist exakt, was wir als Pokerspieler vermeiden wollen. Wir wollen eben nicht leicht berechenbar sein und wollen das sprichwörtliche “As” im Ärmel haben, das es uns ermöglicht, uns variabel in diversen Situationen zu verhalten. Daher sollte man in Verteidigungssituationen von Blinds in der Lage sein, neben mittelmäßigen Blättern auch Hände wie Top Pair auf dem Flop check/call zu spielen. Dazu ein Beispiel.

* Beispiel:

Wieder im Big Blind. Diesmal halten wir:

[Queen] [Eight]

Der gesamte Tisch wirft seine Karten weg, nur der Button (ein semiguter Spieler, der halbwegs gut Hände lesen kann, jedoch kein Experte ist, und gegen den wir aufgrund seines hohen Spielvolumens schon häufiger gespielt haben) erhöht, der Small Blind foldet und wir gehen die Erhöhung mit. Zwei Spieler zum Flop.

[Queen of diamonds] [Seven of spades] [Two of hearts]

Wir treffen das Top Pair auf einem Flop, der von seiner Textur her (um es in der Pokersprache auszudrücken) sehr “trocken” ist, dies bedeutet, es liegen keine offensichtlichen Draws parat. In diesem Kontext ist unsere Hand besonders stark, auf dem Turn können wenige Karten kommen, die die Wertigkeit unserer Hand minimieren. Der Gegner erkennt dies ebenso und würde uns bei einem Flop-Check/Raise häufig auf eine fertige Hand setzen, da wir in dieser Situation keinerlei Draw halten können und ein Semi-Bluff daher nicht möglich ist.

Diese Konstellation ist hervorragend geeignet, um bis zum Turn zu warten, um zu check/raisen. Der Gegner wird hier häufig Hände auf dem Turn ein weiteres Mal betten, die er nach einem Check/Raise auf dem Flop gefoldet hätte. Hierzu muss man sagen, dass man nun nicht anfangen sollte, jedes Mal bis zum Turn mit einer Erhöhung zu warten – es ist jedoch eben jenes angesprochene “As im Ärmel”, das jeder Pokerspieler im Hinterkopf seines Arsenals an Spieloptionen haben sollte.

Line 2: Check/Raise am Flop – Bet am Turn – Bet am River

Filed under: Betting lines — admin @ 10:38 pm

Diese Herangehensweise kann als “Standard” für die Verteidigung unserer Blinds gelten. Wir gehen aus dem Big Blind eine Erhöhung mit, treffen eine gut spielbare Hand und checken zum Gegner, von dem wir einen Continuation-Bet erwarten. Das Ganze hier in der Absicht, unseren Gegner daraufhin zu raisen. Dadurch übernehmen wir die Initiative in der Hand und können nun aggressiv gegen ihn spielen. Dadurch, dass wir dies nicht nur mit dem stärksten Teil unserer möglichen Handkombinationen tun (z.B. Drillinge), sondern auch mit guten Draws (z.B. Flushdraw), ist dieses Spiel auch gut ausbalanciert und nicht leicht lesbar.

Es eignet sich insbesondere gut gegen Gegner, die gut im Handlesen sind und ihrerseits keine unnötigen Bets gegen uns insvestieren würden, falls sie eine gute, aber keine exzellente Hand haben, mit der sie zum Showdown gehen möchten. Hilfreich ist das Wissen darüber, dass der Gegner fähig ist, auf dem Turn “hinterher” zu checken).

* Beispiel:

Wir sitzen erneut im Big Blind und halten diesmal
[Four of clubs] [Four of diamonds]

Alle Spieler am Tisch folden zum Gegner im Cut-off (ein sehr guter, denkender Spieler, der gut Hände seines Gegners lesen kann), der nun erhöht. Button und Small Blind folden. Wir gehen mit. Zu zweit sehen wir den Flop.

[King of diamonds] [Eight of spades] [Four of hearts]

Wir treffen mit unserem Paar eine dritte Vier, Bottom-Set. Damit werden wir gegen nahezu alle Hände des Gegners, die dieser aus dem Cut-off heraus erhöhen wird, vorn liegen (Ausnahmen [King] [King] und [Eight] [Eight] ). Gleichzeitig liegt ein König im Flop, eine Karte, die sich mit vielen Händen aus seiner Spielzone verbindet (Hände wie AK, KQ, KJ, KTs, K9s halten jetzt ein sehr gutes Paar). Wir entscheiden uns daher für den Check/Raise aufgrund der Wertigkeit unserer Hand und des Umstandes, dass uns unser Gegner als guter Handreader hier häufig auf einen schwächeren König setzt und nun unseren Flop-Check/Raise nur callt, um dann den Turn zu raisen. Dies eröffnet uns die Möglichkeit, mehrere Bets auf mehreren Straßen einzusammeln.

Aber auch hier gilt:
wir wählen eine spezielle Line gegen einen spezifischen Gegnertyp. Wüssten wir z.B., dass der Gegner jeden Turn-Check/Raise automatisch 3-betted (kommt allerdings eher selten vor), sollten wir eine andere Line wählen.

Line 1: Check/Call am Flop – Check/Call amTurn – Check/Call am River

Filed under: Betting lines — admin @ 10:37 pm

Dieser Spielablauf eignet sich vor allem, um außer Position gegen einen aggressiven Gegner zu spielen, der schlecht im Lesen von Händen ist. Man gibt dem Gegner hierdurch die Möglichkeit, viel zu verlieren, während man das eigene Risiko niedrig hält. Mit dieser Variante gelangen wir günstig zum Showdown, was gegen Spieler, die extrem aggressiv sind, sehr wichtig ist, da auch mittelmäßige Hände häufig eine hohe Wertigkeit gegen sie besitzen. Andererseits können wir uns nicht sicher sein, die beste Hand zu halten, und wollen daher nicht zu viele Chips in den Pot investieren.

* Beispiel:

Wir sitzen im Big Blind und halten
[King of clubs] [Ten of clubs]

Alle Spieler am Tisch folden zum Button, einem aggressiven Gegner, der gern mit Initiative spielt, viel blufft und in unserem Fall wie erwartet raist. Der Small Blind foldet und wir callen. Zu zweit sehen wir den Flop.

[Queen of hearts] [Ten of diamonds] [Five of spades]

Wir haben das mittlere Paar getroffen und damit eine recht starke Hand in Relation zu der möglichen Range, die der Gegner halten könnte. Viele aggressive 6-max-Spieler erhöhen mit 45 %, teilweise sogar mit 50 % aller möglichen Hände, wenn auf dem Button zu ihnen gefoldet wurde. Hiervon sind auf diesem Flop viele schlechter als unser Middle Pair und wir könnten aus diesem Grund und aufgrund der Wertigkeit unserer Hand den Flop check/raisen. Allerdings gilt es abzuwägen, wie wir es schaffen können, aus unserer Hand maximalen Wert zu extrahieren.

Gegen die Art Gegner, die wir hier geschildert haben (aggressiv und blufft gern) ist es häufig sinnvoller, ihn bluffen zu lassen und einfach jede Straße nach dem Flop zu checken und bei seinem Bet mitzugehen (außer, die Textur des Boards wird immer schlechter, so dass eventuell auch ein Fold in Frage kommt).

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