Poker – Strategien, Tipps und Tricks

January 18, 2009

Pokerturnier gewinnen: Die Vor- und Nachteile früh aktiv zu sein

Filed under: Pokerturnier — admin @ 9:50 pm

Die Entscheidung, ob man zu Beginn eines Turniers schon aktiv sein will, sollte davon abhängen was für ein Turnier man spielt. Bei einem Standard Sit & Go empfehle ich tight zu spielen und Chips zu sparen. Ist es allerdings ein Multi-Table-Turnier oder ein Shootout, dann solltest Du Dir überlegen ob Du nicht schon früh aktiv werden willst.

Ein Teil des Ziels ist natürlich Chips zu sammeln. Aber ein anderer Teil ist ein Image zu kreieren, das Dir später hilft Chips zu bekommen. Es kann sich sehr lohnen so zu spielen, aber Du solltest auch verstehen, dass es einen Haken an diesem Image gibt.

Wenn Du Deine Gegner konstant unter Druck setzt, werden Sie sich schließlich wehren. Du musst deshalb keine großen Beträge raisen oder in große Pötte verwickelt sein, aber wenn Du viele Hände raised, werden Deine Gegner mit einer immer größeren Anzahl an Händen dagegen halten. Sie werden dann oft mit grenzwertigen Händen callen oder eine 3-Bet machen, also Dich reraisen. Das führt dann dazu, dass sie mehr Hände spielen und Dir dadurch die Möglichkeit geben mehr Chips von ihnen zu gewinnen.

Wenn Du versuchst Chips zu sammeln, dann willst Du keinen extrem tighten Tisch haben. Du willst nicht jeden Orbit (wenn der Dealerbutton einmal bei jedem Spieler war) nur ein paar Chips abgreifen. Du willst in die Köpfe Deiner Gegner kommen und sie dazu verleiten, mit ihren Chips um sich zu werfen. Du wirst merken, dass hier ein Domino-Effekt entsteht: Sobald ein Spieler anfängt sich zu wehren, werden ihm andere Spieler folgen und auch mehr Hände spielen und deshalb Fehler machen.

Der angesprochen Haken ist allerdings, dass Bluffs von Dir selten funktionieren werden – dessen musst Du Dir bewusst sein. Sagen wir zum Beispiel, ich spiele eine Menge Hände und habe eine looses Image aufgebaut. Ich bekomme nun A-Q suited Under The Gun an meinem 6er-Tisch. Full Ring ist das schon eine starke Hand, aber gegen nur fünf Gegner ist sie noch besser. Deshalb raise ich den Pot und bekomme einen Call vom Big Blind. Der Flop bringt J-T-6, nicht wirklich ein Volltreffer für mich, aber ich habe zwei Overcards und einen Straightdraw. Ich mache meine Standard Continuation-Bet und denke mir, mein Gegner kann ohne einen Treffer nicht callen. In diesem Fall wette ich und er callt. Der Turn ist eine 3 und ich versuche es noch einmal, diesmal mit einer höheren Wette, in der Hoffnung er foldet. Er callt allerdings wieder.

Eine 4 kommt am River. Ich habe nichts getroffen und er hat mir deutlich gezeigt, dass er bereit ist alles zu callen; ich kann nicht erwarten ihn zum Folden zu bringen. Ich denke mir, er könnte eine Hand so schwach wie T-2 haben und trotzdem würde er nicht folden. Also checke ich am River und er gewinnt mit 7-6, weil er die 6 getroffen hat.

Natürlich werde ich frustriert sein, wenn ich sehe, dass er zwei Mal mit dem dritten Paar callt. Er muss mich auf A-K oder A-Q gesetzt haben oder er hat geglaubt, dass ich schlechte Hände Under The Gun raise. Die Wahrheit ist genau folgendes: Die Spieler werden Dir nicht mehr glauben, weil Du so oft raised. Darum werden sie Dich auch mit schwachen Händen callen.

Kurzfristig kann das schlecht für Dich sein; langfristig sollte es sich für Dich lohnen. Wenn die gleiche Hand später noch einmal vorkommt und ich A-J, Asse oder Könige habe, oder sogar eine Schrotthand, die aber den Flop stark trifft, werde ich ordentlich verdienen.

Dies ist der Grund warum das Positive bei diesem Spielstil überwiegt. Selbst wenn Du einen Pot verlierst, weil Deine Gegner Dir nichts glauben; betrachte es als Vorbereitung darauf, später einen großen Pot zu gewinnen.

No Comments »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post. TrackBack URL

Leave a comment

Powered by WordPress