Valuebets sind elementare Bestandteile erfolgreichen Pokerspielens im Allgemeinen und ganz besonders in schwierigeren Limit-Partien. Wenn man davon ausgeht, dass ein guter Spieler eine Winrate von ein bis zwei Big Bets pro 100 Händen aufweisen kann, wird schnell klar, dass hier jeder einzelne gewonnene bzw. verlorene Bet schnell Auswirkungen zeigt.
Raise for free Showdown
Ein Konzept, das sich in den Bereich der Valuebets einordnen lässt, ist der „Raise for a free Showdown”.
Dieser Spielzug lässt sich nur in Position und in der Regel nur heads-up anwenden. Wenn wir beim Gegner eine mittelstarke Hand oder einen Draw vermuten, können wir auf dem Turn mit einer ebenso mittelstarken Made Hand erhöhen. Wenn der Gegner callt, checken wir den River (vorausgesetzt, wir verbessern unsere Hand nicht weiter). Dadurch machen wir zum einen Draws teurer (Valuebet) und können häufig schwächere Draws zum Folden bringen. Gleichzeitig geben wir unserem Gegner die Gelegenheit, sogar eine stärkere Hand zu folden.
* Ein Beispiel:
Wir wollen vom Button mit [Ace of hearts] [Six of hearts] stealen, der Small Blind callt. Der Flop bringt uns mit [Queen of clubs] [Six of clubs] [Five of spades] das mittlere Paar und der Gegner setzt. Wenn wir davon ausgehen, dass er hier nicht nur mit einer Dame, sondern auch mit Straßen- und Flushdraws setzen würde, können wir einen ungefährlichen Turn – wie beispielsweise einen Jack – raisen. Callt der Gegner unseren Raise, können wir recht sicher davon ausgehen, dass er eine Dame oder einen der genannten Draws hält. Angenommen, der River ist ein weiteres Blank, werden wir hier ziemlich sicher nur gecallt, wenn wir geschlagen sind (der Gegner hält z. B. die Dame) und wir sollten den River hinterher checken.
Natürlich besteht immer die Gefahr, dass der Gegner unseren Turnraise reraist. Und weil dies in den meisten Fällen auf eine starke Hand hindeutet, sollten wir in der Regel folden. Wenn unser Gegner also so aggressiv spielt, dass er in diesen Situationen häufig einen Draw als Semi-Bluff reraist, sollte lieber eine passive Linie gewählt werden.